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Klimaforschung Ozonloch am Nordpol?

aus DER SPIEGEL 2/1995

Die Atmosphäre über der nördlichen Erdhalbkugel zeigte zu Beginn dieses Winters früher und massiver als in den vergangenen Jahren Warnzeichen für eine mögliche Ausdünnung der Ozonschicht. Indizien dafür fanden deutsche Wissenschaftler bei Meßflügen mit einer »Transall«-Maschine im sogenannten arktischen Polarwirbel, einem Tiefdruckgebiet der Stratosphäre. Dieser Wirbel ("Vortex") rotiert wie ein gigantischer Kreisel um den Pol und schottet sich dabei gegen wärmere Luftmassen ab. Nach den Beobachtungen der Forscher vom Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie und des Kernforschungszentrums Karlsruhe wimmelte es schon Mitte Dezember innerhalb des Wirbels von Wolken aus Eis und Salpetersäure. Zugleich wurden Temperaturen um minus 85 Grad Celsius gemessen - Verhältnisse ähnlich dem antarktischen Ozonloch und damit böses Omen für den UV-Schutzschild. Die Wissenschaftler befürchten, daß infolge der ungewöhnlichen Kälte der Polarwirbel später als in den Vorjahren aufbrechen könnte. Damit wüchse das Risiko eines schnellen Abbaus des Ozons in höheren nördlichen Breiten bei zunehmender Sonneneinstrahlung im Frühjahr.

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