TIERE Perverse Elefanten gezähmt
Halbwüchsige Elefanten haben im südafrikanischen Pilanesberg-Nationalpark in den vergangenen Jahren immer wieder Weiße Nashörner vergewaltigt und mehr als 40 von ihnen mit ihren Stoßzähnen getötet (SPIEGEL 2/1997). Endlich haben südafrikanische Biologen einen Weg gefunden, den mörderischen Spuk zu beenden: Die Forscher siedelten sechs alte Elefantenbullen aus dem Krüger-Nationalpark an, berichtet das Wissenschaftsmagazin »Nature«; seither wurde kein Nashorn mehr aufgespießt. Die Respekt einflößenden Alttiere normalisierten offensichtlich die Sozialstruktur, die unter den insgesamt 85 Dickhäutern in Pilanesberg gänzlich gestört war: Die 17 wilden Jungbullen der Herde sind allesamt Waisen. Nachdem Jäger ihre Eltern abgeschossen hatten, wurden sie - als Elefantenkinder - nach Pilanesberg verfrachtet. Als sie hier in die Geschlechtsreife und damit in die so genannte »Musth« kamen, eine eigentlich natürliche Phase sexueller Aggressivität, fehlten höherrangige Bullen, welche den Pubertierenden Einhalt hätten gebieten können. Zum Wohle der Nashörner haben die Biologen das nun geändert.