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PHYSIK Phantome im Bergwerk

aus DER SPIEGEL 29/2001

Mit einem riesenhaften Unterwelt-Observatorium, 2500 Meter tief unter der Erde, wollen US-Physiker die Neutrino-Forschung in eine neue Dimension treiben. Seit Jahren werden die subatomaren Geisterteilchen, die im Innern der Sonne entstehen, im Gran Sasso-Tunnel (Italien) oder dem Super-Kamiokande (Japan) in unterirdischen Tanks eingefangen. Jüngste Experimente in Sudbury (Kanada) deuten darauf hin, dass die Phantom-Partikel eine winzige Masse besitzen und sich während des Flugs von der Sonne offensichtlich verwandeln. Der jetzt der amerikanischen National Science Foundation (NSF) vorgelegte Plan einer Expertengruppe sieht vor, eine alte Goldmine im US-Bundesstaat South Dakota in ein gargantueskes Astrolabor zu verwandeln. Das Bergwerk enthält Tunnel von 1000 Kilometer Länge. Nur in dieser »total exotischen Umgebung«, abgeschirmt von störender Strahlung, so NSF-Sprecher Joe Dehmer, ließe sich die Neutrino-Forschung voranbringen. Als Teilchenfalle soll ein Tank mit 500 000 Tonnen Wasser dienen - zehnmal größer als Super-Kamiokande. Die Kosten für das Messbecken werden mit 500 Millionen Dollar veranschlagt.

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