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Puppenspiel gegen Alpträume

aus DER SPIEGEL 15/1991

Weit bedrohlicher als von Erwachsenen werden Alpträume häufig von Kindern empfunden: Von Ungeheuern oder Tieren verfolgt, können sich im Extremfall Herzschlag und Atmung der Träumer stark erhöhen, verlassen die Kinder ihr Bett, rennen schreiend durch die Wohnung und sind nur schwer zur Wirklichkeit zurückzubringen. Über die Ursachen der kindlichen Schreckensträume sind sich die Psychologen und Traumforscher noch uneins - einen überfüllten Magen oder Atembehinderung durch Polypen und geschwollene Mandeln vermuten die einen, andere sehen in angstauslösenden Erlebnissen wie Familiendramen, Unfällen oder Klinikaufenthalten die Ursache. Doch wie man Kindern die Angst vor den Alpträumen nehmen oder sie gar ganz bannen kann, hat jetzt der bayerische Diplompsychologe Franz Strunz in der Zeitschrift Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie beschrieben. Neben Entspannungstraining und Visualisierung der ängstigenden Traumszenen habe sich besonders die Alptraumverarbeitung in einer Kindergruppe bewährt. Dabei berichten die Kinder abwechselnd ihre Angstträume, der Therapeut läßt alle Traumfiguren wie Ungeheuer oder verfolgende Tiere von den Träumern spielen, die Ungeheuer werden gezeichnet und können so »eingefangen und gezähmt« werden. Schon allein die Erkenntnis, daß auch andere Kinder Alpträumen ausgesetzt sind, schafft vielen der Betroffenen Erleichterung.

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