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TIERE Rabenattacken auf Schildkröten

aus DER SPIEGEL 41/2003

In der kalifornischen Mojave-Wüste setzt eine Kolkrabenplage den Schildkröten zu. Bis zum Alter von fünf oder sechs Jahren ist der Schild der Panzertiere noch so verletzlich, dass ihn die Vögel mit ihrem harten Schnabel aufhacken können, um an die Innereien der Reptilien zu gelangen. Wo einzelne Rabenpärchen nisten oder sich die Flugkünstler in großen Schwärmen auf die Jagd nach Futter begeben, finden Wildhüter häufig die aufgepickten Überreste der schwerfälligen Wüstenbewohner. Bei Tests mit Schildkröten-Attrappen, die sie in der Wüste auslegten, fanden US-Ökologen heraus, dass Jungschildkröten in der Nähe von menschlichen Behausungen oder Mülldeponien so gut wie keine Überlebenschancen haben. Aber auch in menschenferneren Gebieten sind sie offenbar gezielten Luftangriffen ausgesetzt. Die Zahl der Kolkraben ist in der Mojave-Wüste in den vergangenen 25 Jahren um das 15fache gestiegen, weil sie in der Nähe von Siedlungen oder Straßen entlang reichlich Nahrung finden. Die Schildkröten-Populationen dagegen sind bereits stark ausgedünnt.

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