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LANDWIRTSCHAFT Reifeprüfung durch Handauflegen

aus DER SPIEGEL 24/2004

Ist die Melone reif? Auf südländischen Märkten ist es üblich, die Früchte zur Beantwortung dieser Frage ausgiebig zu beklopfen und zu belauschen. Aber was tun mit Äpfeln oder Birnen? Eine Erfindung des Leibniz-Instituts für Agrartechnik in Potsdam-Bornim könnte Verbraucher bald zuverlässiger vor dem Kauf von unreif geerntetem, fadem Obst bewahren. Die Gartenbau-Experten entwickelten den Bornimer Sensorhandschuh, mit dem der Obstbauer in der Plantage durch bloßes Handauflegen den Reifezustand von Apfel oder Birne ermitteln kann. Dazu schickt der Datenhandschuh, ausgestattet mit ausgeklügelter Elektronik, Schall durch die Frucht - ähnlich wie ein Schlagzeuger seine Trommeln zum Klingen bringt: Ein kleiner Hammer schlägt den Apfel auf einer Seite an. Ein Mikrofon fängt den entweichenden Schall auf der gegenüberliegenden Seite auf und übermittelt die Daten über ein Kabel an die Messtechnik, die der Bauer in einem Rucksack bei sich trägt. Ergibt die automatische Frequenzanalyse der Schallwellen einen hellen Ton, ist der Apfel noch hart und unreif und bleibt am Baum hängen. Tönt die Frucht dagegen in dumpfem Plopp, ist sie süß und saftig - gerade richtig zum Verzehr. Auch im Supermarkt, so Martin Geyer, Leiter der Abteilung Technik im Gartenbau, könnte die Hörprobe am Obst zur Anwendung kommen.

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