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Notfallmedizin Rettung im Liegen verhindert Schock

aus DER SPIEGEL 21/1995

Die Art, wie unterkühlte Schiffbrüchige aus dem Meer geborgen werden, kann über Leben und Tod entscheiden. Wie der Anästhesiologe Mark Stoneham im Medizinjournal The Lancet schreibt, sollten die Betroffenen »unbedingt in horizontaler Körperhaltung aus dem Wasser gehoben werden«. Das Wasser, so Stoneham, übe auf den Körper einen hydrostatischen Druck aus, ähnlich dem Druckanzug eines Jet-Piloten. Dieser Druck lasse sofort nach, wenn der Körper aus dem Wasser gehoben werde, ein jähes Absinken des Blutdrucks sei die Folge. Der plötzliche Druckabfall könne durch die liegende Haltung des Opfers bei der Bergung entscheidend reduziert werden. Hinweise auf die Richtigkeit seiner These fand Stoneham bei der Schilderung von Rettungsaktionen etwa aus dem Zweiten Weltkrieg, beim Untergang der »Titanic« 1912 und der Segelkatastrophe beim Fastnet Race 1979. Damals erlitt einer der im Wasser Treibenden, der eben noch um Hilfe gerufen hatte, Sekunden später einen Herzkollaps - er war zu schnell in die Senkrechte gebracht worden. »Luftrettungsdienste«, so Stoneham, »sollten, wo immer möglich, Opfer waagerecht aus dem Wasser hieven.«

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