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Astronomie Riesenlöcher im All

aus DER SPIEGEL 32/1996

Einem Team von Astronomen aus Europa und Amerika ist, wie die Sprecher der Europäischen Süd-Sternwarte (Eso) vorletzte Woche erklärten, eine »bahnbrechende Entdeckung« gelungen: Die Forscher fanden in »unserem lokalen Universum« - zwischen den das Milchstraßensystem umgebenden mehr als 2000 Galaxien - gewaltige Leerräume, in denen buchstäblich »keine Materie existiert«. Mit optischen und Radioteleskopen in Chile, Europa, Australien und den USA ermittelten die Forscher zuerst die Geschwindigkeit, mit der sich die verschiedenen Galaxien und Strukturen (Durchmesser: bis zu 100 Millionen Lichtjahre) durchs All bewegen. Mit Hilfe eines von zwei Eso-Astronomen geschriebenen Computerprogramms ließ sich dann die Verteilung der Materie im Umkreis von 300 Millionen Lichtjahren um die Milchstraße aufzeichnen. Die bisherigen Spekulationen, daß es neben überdurchschnittlich dichten Ballungen sichtbarer Materie (etwa dem »Great Attractor") Räume mit exotischer, nicht sichtbarer Materie gebe, sind nach Ansicht der Eso-Astronomen damit eindeutig widerlegt. Die »gegenwärtigen Theorien über die Entstehung von Galaxien«, so das Fazit der Studie, »müssen revidiert werden«.

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