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Neue Ausgrabungen in Sachsen-Anhalt Das Stonehenge von Pömmelte

Das ringförmige Heiligtum an der Elbe war vor 4000 Jahren ein bedeutender Bau. Jetzt haben Forscher weitere Teile des Geländes freigelegt. Dabei entdeckten sie eine steinzeitliche Megacity.
aus DER SPIEGEL 4/2020
Rekonstruiertes Heiligtum Pömmelte: Flatterecho wie in einem Konzertsaal

Rekonstruiertes Heiligtum Pömmelte: Flatterecho wie in einem Konzertsaal

Foto: Steffen Schellhorn/ Euroluftbild.de/ Picture Allianz/ DPA

Ausgrabungen führen hinab in die Abgründe des menschlichen Daseins. Was Archäologen im Boden aufspüren, sind oft die Überreste von Kriegen und Katastrophen: Massengräber, zerstörte Gebäude, verlassene Siedlungen. Am sachsen-anhaltischen Ort Pömmelte an der Elbe jedoch sieht es anders aus. "Hier herrschte einst Frieden", sagt Grabungsleiter Matthias Zirm. "Unterschiedliche Kulturen verschmolzen auf harmonische Weise miteinander."

Und das einträchtige Zusammenleben funktionierte nicht nur für kurze Zeit, sondern jahrhundertelang. Zwischen 2300 und 2000 vor Christus nutzten die Menschen das Ringheiligtum am Rande der Magdeburger Börde, sie brachten den Göttern Opfer dar und feierten gemeinsam Feste. Während die Welt sich radikal änderte, die Steinzeit endete und die Bronzezeit begann, herrschte hier Beständigkeit.

"Das kreisförmige Heiligtum war Kultplatz, Versammlungsort, Grabstätte und astronomischer Kalender in einem", sagt Harald Meller, Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt. "Es war eine Kathedrale der Steinzeit."

Schon seit einigen Jahren sind Ausgräber damit beschäftigt, die Anlage zu erkunden, die auf verblüffende Weise ausgesehen haben muss wie eine hölzerne Variante der berühmten Steinkreise von Stonehenge. Nun sind die Forscher einen entscheidenden Schritt vorangekommen, indem sie auch das Umland freigelegt haben. Ihre überraschende Erkenntnis: Das Ringheiligtum stand nicht einsam in der Landschaft herum, sondern war von einer ungewöhnlich großen Siedlung umgeben.

Südwestlich der Anlage haben die Archäologen 30 stein- und bronzezeitliche Häuser ausgegraben. Schon jetzt erstreckt sich die freigelegte Siedlung neben dem Heiligtum über mehr als 300 Meter – und ein Ende ist nicht in Sicht.

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