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Riskantes Bad im Mittelmeer

aus DER SPIEGEL 31/1977

Das Mittelmeer, von Londons »Sunday Times« geschmäht als »Europas sonnigste Kloake', hat nun auch für Jacques-Yves Cousteau aufgehört zu existieren -- zumindest als Gewässer, in dem es sich zu baden lohnt. Früher sei er noch »täglich vor der monegassischen Küste geschwommen«, bekannte Ozeanograph Cousteau letzten Montag vor 75 Fachkollegen, die in Monte Carlo eine UN-Tagung zum Thema »Aktionsplan Mittelmeer« eröffneten. Jetzt schwimme er überhaupt nicht mehr darin. Begründung: »Ich habe nicht die Zeit, 15 Kilometer weit hinauszugehen, um sauberes Wasser vorzufinden.« Wer dagegen in Ufernähe bade, riskiere Infektionen, deren Zahl »von Jahr zu Jahr im Steigen« sei. Vor allem »Entzündungen der Vagina bei jungen Mädchen« häuften sich, versicherte der TV-Autor und Unterwasserforscher. Meeresbiologen unterstützten auf der Monte-Carlo-Tagung die Philippika Cousteaus. Bereits 1985, 50 ihr Argument, würden sich an den Ufern der Anrainerstaaten »mehr Touristen als Fische im Meer« tummeln.

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