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ARTENSCHUTZ Rückkehr der Kondore

aus DER SPIEGEL 2/2003

Sechzig Jahre nachdem ihre majestätische Silhouette vom Himmel über Mexiko verschwunden ist, werden Kondore auf der mexikanischen Halbinsel Baja California ausgewildert. Die in US-amerikanischen Zuchtstationen aufgewachsenen Großvögel, die eine Spannweite von bis zu drei Metern erreichen, sollen sich in der Gebirgs- und Wüstenlandschaft von »San Pedro Mártir« fortpflanzen. Weder Hochspannungsleitungen noch schießwütige Freizeitjäger können ihnen dort zum Verhängnis werden. Die Forscher hoffen deshalb, die Riesengleiter könnten sich in Mexiko schneller vermehren als im Süden der USA. Dort waren die Riesenvogel-Populationen in den achtziger Jahren durch die Nachstellungen von Farmern und Jägern so rasant geschrumpft, dass Tierschützer die letzten in Freiheit lebenden Tiere einfingen und in Brutstationen umhegten. Heute segeln zwar wieder 76 Kondore im Luftraum über Kalifornien und Arizona, doch die Sterberate unter den Tieren ist noch immer hoch. Außerdem vermehren sich die Riesenvögel ungewöhnlich langsam - sie bebrüten nur ein Ei alle zwei Jahre. Wenn die Auswilderung in Mexiko so erfolgreich ist, wie es US-Naturschützer erwarten, dann könnten schon bald einige Kondore aus dem Süden die US-Bestände verstärken.

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