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SYNTHESIZER Rumpelndes Chamäleon

aus DER SPIEGEL 13/1998

Längst verschollene Synthesizer aus der Urzeit der elektronischen Musik erleben gerade ihre Wiederkehr - als Nachbauten im Computer. Die alten Kisten erscheinen originalgetreu auf dem Bildschirm, man dreht an imaginären Knöpfen, und die Computer fiepsen, knarzen und rumpeln, als würden in ihrem Inneren noch Oszillatoren werken und Röhren glühen. Techno-Musiker lieben diese eigentümlich altmodischen Klänge.

Einer der populärsten Nachbauten ist das Programm Rebirth, Wiedergänger eines Synthesizers namens Roland TB-303, dessen letzte Exemplare lange Jahre auf Flohmärkten verwitterten - bis die Techno-Szene das Ungetüm entdeckte.

Noch mehr Anklang findet das digitale Ebenbild des alten 303, das die schwedische Firma Propellerhead schuf. Die Fans der Software ersannen sogar ein Programm, mit dem sie das Gehäuse umgestalten können. Seither tauchen im Internet immer neue Modelle auf mit malerischem Blendwerk und zierlichen Instrumenten.

Der Firma kann das nur recht sein. Die nächste Version des Software-Synthesizers hat die Technik zum Umgestalten bereits eingebaut. Rebirth 2.0, zu sehen jüngst auf der Frankfurter Musikmesse, kann seine Oberfläche sogar von selber wechseln: Auf Wunsch nimmt er, wie ein psychedelisches Chamäleon, zu jedem Stück die passende Gestalt an.

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