Zur Ausgabe
Artikel 73 / 101

ARCHÄOLOGIE Sängerin im Scanner

aus DER SPIEGEL 8/2009

Erstmals ist eine ägyptische Mumie mit dem derzeit leistungsstärksten medizinischen Computertomografen (CT) durchleuchtet worden. Untersucht wurde die um 800 vor Christus verstorbene Sängerin Meresamun, die einer Inschrift auf dem bemalten Sarg zufolge »im Innern des Amun-Tempels« diente. Neben dem Tanz oblag es ihr, bei den religiösen Riten Harfe und Sistrum zu spielen. Die neuen CT-Bilder zeigen, dass die Sängerin nur etwa 30 Jahre alt wurde und ungewöhnlich gute Zähne besaß. Eine bislang als Tumor gedeutete Verdickung am Hals der Frau entpuppte sich bei der Feinanalyse als ein Klumpen Balsamierharz. Forscher vermuten, dass die musizierenden Gottes-dienerinnen vom Nil sexuell enthaltsam wie Nonnen lebten. Auch Meresamun gebar nie ein Kind.

Zur Ausgabe
Artikel 73 / 101
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.