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TIERE Satte Brüter

aus DER SPIEGEL 5/2002

Jetzt scheint das Rätsel gelöst, warum die Anzahl der Störche, Reiher und Ibisse in vielen Regionen so stark schwankt. Die meisten Forscher hatten bisher geglaubt, dass die Bestände von Stelzvögeln vor allem nach Dürreperioden ausdünnen, weil die Langbeiner in den trockengefallenen Gewässern dann kaum noch Nahrung finden. Doch jetzt haben Biologen aus Florida herausgefunden, dass es genau umgekehrt ist. Die Forscher werteten alte Statistiken über Klimaverhältnisse und Nistzahlen in den Everglades aus. Ergebnis: Gerade in der ersten Zeit nach den Trockenperioden nimmt die Zahl der brütenden Vogelpaare explosionsartig zu. Die Ursache für die unerwartete Vermehrung glauben die Wissenschaftler im Wasser gefunden zu haben: In den Phasen mit extremer Trockenheit, so argumentieren sie, sterben die meisten Fische, und zwar große wie kleine. Sobald dann das Wetter wieder feuchter wird, haben die kleineren Arten wegen ihrer kurzen Reproduktionszyklen einen Vorteil vor den größeren Raubfischen: Ihre Bestände schießen in den ersten ein bis zwei Jahren nach der Dürre hoch, weil sie keine natürlichen Feinde im Wasser haben. Folge: Der Tisch für die Stelzvögel ist in dieser Zeit reichlich gedeckt - auch deren Zahl nimmt sprungartig zu.

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