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Saurier im Pazifik?

aus DER SPIEGEL 31/1977

Vorerst wissen die Paläontologen nur, um was es sich bei dem zwei Tonnen schweren Fund, nicht handeln kann. Professor Fujio Yasudo, Saurier-Experte an der Universität von Tokio: »Es ist weder ein Wal noch eine Riesenschildkröte, keine Robbe, kein Delphin und auch kein Hai. Einig sind sich die Forscher in der Beurteilung dessen, was es sein könnte: ein Reptil der Klasse Plesiosaurus, von dem die Wissenschaft bislang annahm, es sei seit 100 Millionen Jahren ausgestorben. Die möglichen Überreste eines solchen Sauriers hat die Crew des 2460 -- Tonnen -- Trawlers »Zuiyo Maru« nun 80 Kilometer östlich der neuseeländischen Küste, etwa auf der Höhe Christchurchs, aus der See gefischt. Das Netz war zu dieser Zeit in 350 Meter Tiefe geschleppt worden. Als das zehn Meter lange Meereswesen an Bord gehievt und auf den Haken genommen worden war, wurde es von dem 39 Jahre alten Michihiko Yano, Angestellter der Taiyo-Fischereigesellschaft, photographiert und mit dem Metermaß vermessen. Ergebnis: Der Leviathan hatte einen 45 Zentimeter langen Kopf auf einem eineinhalb Meter langen Hals, paarige Flossen vorn und hinten am Rumpf sowie einen zwei Meter langen Schwanz. »Es ist ein Reptil, und alles deutet auf den Plesiosaurus hin«, urteilt der Paläontologie-Professor Yoshinori Imaizumi anhand der Unterlagen Yanos. Weil das Tier schon »zumindest einen Monat vor dem Fund verendet« sei (Yano) und dementsprechend übel roch, kippte es die Trawler-Crew prompt über Bord -- aus Sorge, ihre Fischfracht könne Schaden nehmen.

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