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ATOMENERGIE Schaum gegen Strahlung

aus DER SPIEGEL 8/1997

Die Risse in der Beton-Schutzhülle des Unglücksreaktors von Tschernobyl könnten schon in den nächsten Monaten mit einem Spezialschaum verschlossen werden. Wie das Wissenschaftsmagazin new scientist berichtet, hat die ukrainische Regierung die kalifornische Firma Eurotech beauftragt, ein neues, auf einer grauen Silikonmasse basierendes Verfahren zur Abdichtung radioaktiver Lecks im Frühjahr in Tschernobyl zu testen. Der Schaum mit dem Namen Ekor ist nach Herstellerangaben gegen radioaktive Strahlung unempfindlich und soll bis zu 200 Jahre schadlos überdauern. Entwickelt wurde die Masse, die in einer elastischen und einer aushärtenden Version zu haben ist, vom Kurtschatow-Institut in Moskau. Rund 35 000 Kubikmeter des Materials mit einem Wert von etwa 200 Millionen Dollar sollen notwendig sein, um den Sarkophag in Tschernobyl aufzufüllen und damit den radioaktiven Abfall in seinem Inneren vorerst zu binden. Wissenschaftler warnen schon lange davor, daß ein Auseinanderbrechen der durchlässig gewordenen Betonhülle eine neue Wolke radioaktiven Staubs freisetzen könnte.

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