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POLARFORSCHUNG Schneedrift bedrängt deutsche Südpol-Station

aus DER SPIEGEL 39/2009

Die erst im Februar eingeweihte Neumayer-Station III in der Antarktis leidet schon jetzt unter extremen Schneeverwehungen. Fast vier Meter hoch türmen sich die weißen Massen mittlerweile sowohl an der windabgewandten als auch an der dem Wind zugewandten Seite der 39 Millionen Euro teuren Überwinterungsstation. »Das übertrifft unsere Befürchtungen«, gesteht Hartwig Gernandt, der für den Bau verantwortliche Logistiker des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. »Die Überwinterer sind natürlich ein wenig unruhig geworden.« Verantwortlich sind die heftige Schneedrift (in Spitzen bis zu 200 Stundenkilometer) und der starke Schneefall (rund ein Meter pro Jahr), die auf dem Kontinentaleisschelf herrschen. Mit einem Modell der Station werden nun erneut Tests im Windkanal der Hamburger Universität gemacht. »Wir wollen wissen, ob die Schneeberge weiter wachsen werden«, so Gernandt. Die Ergebnisse entscheiden darüber, ob die Station mit Hilfe eines Hydrauliksystems um drei Meter angehoben werden muss und nicht, wie von den Ingenieuren geplant, nur um einen Meter pro Jahr. Denkbar sind auch Veränderungen am Bau, um ihn aerodynamischer zu machen. Gernandt: »An diesem harschen Ort lässt sich eben nicht alles im Voraus berechnen.«

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