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Supraleitung Schwelle erreicht

aus DER SPIEGEL 21/1995

Nahezu ein Jahrzehnt ist es her, daß die Schweizer IBM-Forscher Alexander Müller und Georg Bednorz Metalllegierungen entdeckten, die auch bei der Temperatur von flüssigem Stickstoff (minus 196 Grad Celsius) noch supraleitfähig bleiben - elektrischer Strom durchfließt das Material widerstandslos. Bislang freilich hat die Entdeckung noch nicht zu kommerzieller Nutzung geführt: Alle seither getesteten supraleitfähigen Materialien verloren diese Eigenschaft in der Anwesenheit magnetischer Felder oder konnten nur geringe Stromstärken transportieren. Nun haben Forscher am Los Alamos National Laboratory in New Mexico einen flexiblen, bandförmigen Supraleiter entwickelt, der Stromdichten bis zu einer Million Ampere pro Quadratzentimeter Kabelquerschnitt zu transportieren vermag - tausendmal soviel wie ein gewöhnlicher Kupferdraht. Diese Stromstärke gilt als Schwellenwert zur möglichen industriellen Anwendung der Supraleitfähigkeit.

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