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Sehreiben am Schirm

aus DER SPIEGEL 15/1972

Begabte Redakteure, munkelt die Branche, könnten ganze Artikel direkt in die Setzmaschine diktieren. Etwas Ähnliches soll demnächst für Kolumnisten und Reporter der amerikanischen Tageszeitung »Todav« in Cocoa (US-Staat Florida) zur Pflicht werden: Bleistift und Papier, aber auch der in die Schreibmaschine eingespannte Manuskriptbogen, werden dort Ende dieses Jahres abgeschafft. Statt dessen wird die »Today«-Mannschaft über neun sogenannte Video Terminals verfügen. Die neuen Geräte, die von dem Setzmaschinenhersteller Harns Intertype entwickelt wurden, haben noch eine herkömmliche Schreibmaschinentastatur. Doch statt auf Papier werden die eingetippten Artikel in einem Computer gespeichert (der sie schon auf richtige Spaltenbreite bringt) und auf einem Monitor sichtbar gemacht. Der Redakteur kann Streichungen und Korrekturen übertippen und dabei auf dem TV-Schirm kontrollieren. Wenn die Story ins Blatt soll, wird der gespeicherte Text per Knopfdruck an die -- ebenfalls elektronische -- Lichtsatzanlage weitergeleitet werden. Die Zeitung freilich (Auflage: 50 000) wird noch auf Papier gedruckt.

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