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Skurriler Streit

aus DER SPIEGEL 4/1995

Sie besitzen den größten deutschen TV-Sender RTL, doch von Harmonie kann keine Rede mehr sein: Die luxemburgische CLT, vertreten durch RTL-Chef Helmut Thoma, liegt mit Bertelsmann im Streit. Nun erwägt Thoma sogar, den Namen des Bertelsmann-Senders Premiere vor Gericht verbieten zu lassen. Mit der Expertise einer Kanzlei will er beweisen, daß der Sendertitel irreführend sei und gegen das Wettbewerbsrecht verstoße. Schließlich wiederhole der Pay-TV-Kanal seine erstausgestrahlten Spielfilme ja ein Dutzend Mal - Premiere böte mithin nicht nur Premieren. Gegen Thoma, der bei Filmeinkäufen inzwischen mit Bedacht die Pay-TV-Rechte miterwirbt, hatte zuvor Premiere einen Prozeß gewonnen. Danach darf RTL Filme, die bereits auf Premiere liefen, nicht als »Erstausstrahlung« ankündigen. CLT und Bertelsmann sind vor allem in der Medienpolitik über Kreuz. Die Luxemburger wollen, daß Verleger sich »nur in deutlich geringerem Umfang« an TV-Sendern beteiligen als sogenannte Nur-Broadcaster. Eine »skurrile Forderung«, kontert der Medienkonzern Bertelsmann (Stern, Geo). Die CLT müsse sich fragen lassen, ob für Ausländer im TV-Markt nicht ein Malus sowie ein Verbot von Mehrheitsbeteiligungen einzuführen sei.

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