Zu wenig Niederschlag Fast die Hälfte Spaniens ist von anhaltender Dürre betroffen

Der Sommer ist längst vorbei, doch Spanien leidet noch immer unter ungewöhnlicher Trockenheit. Stauseen führen mitunter nur noch wenig Wasser. Besonders betroffen sind der Norden und Süden des Landes.
Stausee von Sau in Katalonien am 23. November 2022: Eine Kirche und die Überreste eines alten Dorfes, die normalerweise von Wasser bedeckt sind, befinden sich nun am Ufer

Stausee von Sau in Katalonien am 23. November 2022: Eine Kirche und die Überreste eines alten Dorfes, die normalerweise von Wasser bedeckt sind, befinden sich nun am Ufer

Foto: Emilio Morenatti / dpa

Die im Herbst weiter bestehende Trockenheit hat in weiten Teilen Spaniens einen Wassernotstand ausgelöst. Ungefähr 47 Prozent der gesamten Landesfläche sind von lang anhaltender Dürre betroffen, zeigt ein Bericht des Umweltministeriums in Madrid , den der staatliche TV-Sender RTVE am Wochenende aufgegriffen hat.

Ausgewertet wurde zuletzt die Trockenheit des Bodens im Oktober 2022, der Bericht für November wird voraussichtlich Mitte nächster Woche veröffentlicht. Aktuelle Bilder zeigen, dass weiterhin Dürre herrscht. Das Phänomen wird häufig mit sommerlicher Hitze in Verbindung gebracht, entscheidend ist jedoch tatsächlich ein Mangel an Niederschlägen.

Aufnahme vom 23. November 2022: Blick auf den Fluss Ter, der zum Stausee von Sau fließt

Aufnahme vom 23. November 2022: Blick auf den Fluss Ter, der zum Stausee von Sau fließt

Foto: Emilio Morenatti / dpa

Zunehmend kritisch sei die Situation unter anderem in Sevilla im Süden und im Großraum von Barcelona im Nordosten des Landes, schreibt das Umweltministerium. In Katalonien regnet es seit rund zwei Jahren viel weniger als im Durchschnitt früherer Jahre. Die Stauseen zur Versorgung der dicht besiedelten Region sind deshalb laut Bericht nur noch zu 33,8 Prozent gefüllt.

Blick auf den Rialb-Stausee im Großraum Barcelona am 24. November 2022

Blick auf den Rialb-Stausee im Großraum Barcelona am 24. November 2022

Foto: Lorena Sopêna / dpa

Einschränkungen beim Wasserverbrauch

Wäre nach der letzten großen Dürre 2008 nicht eine große Anlage zur Entsalzung von Meerwasser in El Prat bei Barcelona gebaut worden, hätte es schon ab dem vergangenen Sommer Einschränkungen beim Wasserverbrauch gegeben, berichtete die Zeitung »El País«  unter Berufung auf Experten. Die 2009 fertiggestellte Anlage mit einer Jahreskapazität von 60 Milliarden Litern Trinkwasser laufe auf Hochtouren.

Bisher ordnete die Regionalregierung in Barcelona in mehr als 500 Gemeinden Kataloniens Einschränkungen beim Wasserverbrauch an, wie aus einem am Freitag im Amtsblatt veröffentlichten Dekret  hervorgeht. Sie gelten demnach zunächst für die Industrie und die Landwirtschaft. Vielerorts sind nach der Verordnung auch die Befüllung von Swimmingpools sowie die Bewässerung von Gärten, Parks, Golfplätzen oder die Autowäsche eingeschränkt.

Die Versorgung mit Trinkwasser für die Hygiene und zum Kochen sei hingegen nicht gefährdet und auch für 2023 gesichert, berichtete die Zeitung »La Vanguardia«  unter Berufung auf die Behörden in Barcelona.

Rialb-Stausee am 24. November 2022: Die katalanische Regionalregierung hat für das Gebiet des Ter-Llobregat, das den Großraum Barcelona mit Wasser versorgt, einen Dürrealarm ausgerufen

Rialb-Stausee am 24. November 2022: Die katalanische Regionalregierung hat für das Gebiet des Ter-Llobregat, das den Großraum Barcelona mit Wasser versorgt, einen Dürrealarm ausgerufen

Foto: Lorena Sopêna / dpa

Fachleute gehen von einem Zusammenhang mit dem Klimawandel aus. Zwar gab es Dürren auch schon früher wie etwa 2008, aber durch die Erderwärmung werden sie in den Regionen rund um das Mittelmeer häufiger und länger, so das Umweltministerium in einem weiteren Dokument . Im Sommer litten große Teile Europas  unter starker Dürre, Wälder brannten und Flussbetten lagen trocken.

jme/dpa

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