Sprunghafter Anstieg 6638 neue Corona-Fälle - Robert Koch-Institut meldet Höchstwert für Deutschland

Das Robert Koch-Institut hat an einem Tag fast 7000 Corona-Neuinfektionen registriert. Die aktuellen Zahlen übertreffen die Höchstwerte aus dem Frühjahr, mit denen sie sich allerdings nur bedingt vergleichen lassen.
Fußgängerzone in Dortmund (am 14. Oktober)

Fußgängerzone in Dortmund (am 14. Oktober)

Foto: Ina Fassenbender / AFP

Das Coronavirus breitet sich weiter rasant in Deutschland aus. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag 6638 neue Infektionen binnen einem Tag - der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Am Vortag waren es noch rund 1500 weniger gewesen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts übertreffen die nun registrierten Fallzahlen auch den bislang höchsten Wert vom 2. April: Damals waren innerhalb von 24 Stunden 6554 Fälle gemeldet worden. Allerdings war damals noch deutlich weniger auf das Virus getestet worden.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 341.223 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Toten mit Covid-19-Erkrankung erhöhte sich mit den Daten am Donnerstag um 33, insgesamt starben damit in Deutschland bislang 9710 Menschen an oder mit der Lungenkrankheit. Rund 284.600 Infizierte schätzt das RKI inzwischen als genesen ein.

Labor-Rückstau könnte sprunghaften Anstieg erklären

Die Zahl der Coronatests schwankt seit Mitte August zwischen rund 1,1 Millionen und 1,2 Millionen pro Woche. Die Rate der positiven Tests ist laut RKI-Daten vom Mittwoch jedoch deutlich gestiegen: von 0,74 Prozent Ende August auf 2,48 Prozent in der Woche vom 5. bis 11. Oktober.

Der sprunghafte Anstieg könnte indes auch mit einem Rückstau in den Labors zusammenhängen. Einige gaben dem Institut zufolge Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an. Im Lagebericht vom Mittwoch  hieß es zudem, dass es in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Labors gegeben habe, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befinden.

Dies könne dazu führen, dass Proben aus überlasteten Labors weiterverschickt werden müssten. Daraus könnten längere Bearbeitungszeiten und Verzögerungen bei der Ergebnisübermittlung an die Gesundheitsämter resultieren.

Bund und Länder hatten sich am Mittwochabend auf einen Stufenplan mit strengeren Regeln zur Bekämpfung der Pandemie verständigt. Kernbestandteil ist eine Art Ampelsystem: Überschreiten die Infektionsketten in einer Region bestimmte Grenzwerte, treten stufenweise Einschränkungen in Kraft. Und zwar fortan schon dann, wenn sich im Sieben-Tage-Schnitt mindestens 35 Menschen pro hunderttausend Einwohner anstecken.

Der Beschluss beinhaltet zudem ein Ultimatum: "Kommt der Anstieg der Infektionszahlen unter den vorgenannten Maßnahmen nicht spätestens binnen 10 Tagen zum Stillstand, sind weitere gezielte Beschränkungsschritte unvermeidlich", heißt es etwa.

fek/Reuters/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.