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RAUBGUT »Stärkerer Einsatz der Bundesregierung«

Der irakische Botschafter Alaa al-Haschimi über den Kampf seines Landes um die Rückgabe von illegal nach Deutschland gelangten Kunstschätzen
aus DER SPIEGEL 42/2009

SPIEGEL: Herr Botschafter, das Finanzgericht München hat entschieden, dass die Beschlagnahme eines antiken irakischen Goldgefäßes bei einem Auktionshaus in München rechtmäßig war. Das antike Fundstück kann nun zurück in Ihr Heimatland. Sind Sie zufrieden?

Haschimi: Ich habe mich darüber sehr gefreut. Seit eineinhalb Jahren haben wir versucht, eine Entscheidung in diesem Fall herbeizuführen. Das ist nun endlich geschehen.

SPIEGEL: Was bedeutet das Urteil?

Haschimi: Wir konnten zunächst unseren Anspruch auf den Besitz dieses einen Goldgefäßes durchsetzen. Aber das Urteil reicht weiter: Das Gericht hat sich auf die EU-Verordnung 1210 aus dem Jahr 2003 berufen und damit generell festgestellt, dass jeder Handel mit irakischen Kulturgütern illegal ist.

SPIEGEL: Unternimmt Deutschland genug, um den Handel mit Raubgut zu unterbinden?

Haschimi: Als Botschafter der irakischen Republik in Berlin wünsche ich mir von der Bundesregierung einen stärkeren Einsatz, um alle Stücke, die durch illegale Ausgrabungen oder Diebstahl nach Deutschland kamen, wieder in den Besitz des Irak zu bringen. Abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen ist die Ausfuhr von Antiken aus dem Gebiet des heutigen Irak schon seit 1869 verboten.

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