Grundlagen für Click-Chemie Nobelpreis für Chemie geht an drei Moleküldesigner aus den USA und Dänemark

Die Schwedische Akademie der Wissenschaften hat die Preisträger des Nobelpreises in der Kategorie Chemie verkündet: In diesem Jahr geht er an Carolyn R. Bertozzi, Morten Meldal und K. Barry Sharpless.
Carolyn R. Bertozzi, Morten Meldal und K. Barry Sharpless

Carolyn R. Bertozzi, Morten Meldal und K. Barry Sharpless

Foto: Niklas Elmehed / Nobel Prize Outreach

Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat in Stockholm die Preisträger des diesjährigen Chemie-Nobelpreises verkündet: Er geht an Carolyn R. Bertozzi, Morten Meldal und K. Barry Sharpless. Sie werden für ihre Erkenntnisse im Bereich der Herstellung von Molekülen und die Entwicklung der bioorthogonalen Chemie ausgezeichnet. Letztere wird genutzt, um Biomoleküle in ihrer natürlichen Umgebung zu erforschen.

Bertozzi ist die erste Frau, der in diesem Jahr ein Nobelpreis zugesprochen wurde. Für Sharpless ist es derweil bereits der zweite Nobelpreis: Bereits im Jahr 2001 hat er den renommierten Preis erhalten.

Sharpless und Meldal haben dem Nobelkomitee zufolge die Grundlagen für die sogenannte Click-Chemie gelegt. Bertozzi habe die Click-Chemie in eine neue Dimension gebracht und begonnen, sie für die Kartierung von Zellen zu nutzen. Das Konzept der Click-Chemie ermöglicht es, schnell und zielgerichtet Moleküle aus kleineren Einheiten zu synthetisieren. Click-Chemie kommt etwa bei der Entwicklung von Arzneimitteln, bei der Kartierung der DNA und bei der Herstellung von Materialien zum Einsatz, wie es hieß. Mithilfe bioorthogonaler Reaktionen haben Forscher etwa die Zielgenauigkeit von Krebsmedikamenten verbessert.

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»Beim diesjährigen Chemiepreis geht es darum, die Dinge nicht zu kompliziert zu machen, sondern mit dem zu arbeiten, was leicht und einfach ist. Funktionelle Moleküle können auch auf einem einfachen Weg hergestellt werden«, sagte Johan Åqvist, Vorsitzender des Nobelkomitees für Chemie einer Mitteilung  zufolge.

Im vergangenen Jahr war der Chemie-Nobelpreis an den deutschen Chemiker Benjamin List und den gebürtigen Briten David MacMillan gegangen. Sie wurden damals für die Entwicklung einer raffinierten Methode zur Beschleunigung chemischer Reaktionen geehrt. List ist Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr, MacMillan lehrt an der US-Universität Princeton.

Wie im Vorjahr sind die Nobelpreise erneut mit zehn Millionen schwedischen Kronen pro Kategorie dotiert, das entspricht etwa 920.000 Euro. Die wissenschaftlichen Auszeichnungen gehen dabei häufig an mehrere Preisträger gleichzeitig, die zum Beispiel zum selben Thema geforscht haben – sie teilen sich das Preisgeld dann. Verliehen werden die prestigeträchtigen Nobelmedaillen und -diplome traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833–1896).

Bislang sind die diesjährigen Nobelpreisträger in zwei Kategorien verkündet worden. Am Montag war dem in Leipzig arbeitenden Evolutionsforscher Svante Pääbo der Medizin-Nobelpreis zugesprochen worden. Der Schwede wird damit für seine Erkenntnisse zur menschlichen Evolution mit der renommierten Auszeichnung geehrt. Am Dienstag folgte dann der Physik-Nobelpreis an den Franzosen Alain Aspect, den US-Amerikaner John Clauser und den Österreicher Anton Zeilinger, die damit für ihre wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Quantenforschung  ausgezeichnet werden.

Nach dem Preis in Chemie ist zunächst Halbzeit bei den diesjährigen Nobelpreis-Bekanntgaben. Am Donnerstag folgt der Preis in Literatur, am Freitag dann der Friedensnobelpreis, der als Einziger nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben wird. Zum Abschluss werden am kommenden Montag dann die Preisträger in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften verkündet. Der Preis wurde nicht von Nobel, sondern von der Schwedischen Reichsbank gestiftet.

ani/dpa
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