Spektakulärer Fund in Schweden Kriegsschiffwrack aus dem 17. Jahrhundert entdeckt

Die »Äpplet« wurde versenkt, um als Teil einer Unterwasserbarriere Feinde von Stockholm fernzuhalten – nun wurde sie wiederentdeckt. Es handelt sich um das Schwesternschiff der »Vasa«, der sogar ein Museum gewidmet ist.
Taucher an der Äpplet: Schwesternschiff der Vasa entdeckt

Taucher an der Äpplet: Schwesternschiff der Vasa entdeckt

Foto: AFP

Meeresarchäologen haben in der Nähe von Stockholm ein untergegangenes Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert entdeckt. Es handelt sich um das Wrack der Äpplet – der Apfel –, dem Schwesterschiff der Vasa, der in Stockholm ein eigenes, weltbekanntes Museum gewidmet ist.

Das Wrackmuseum Vrak, das die Entdeckung präsentierte, sprach von einem weltweit einzigartigen Fund.

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Der damalige schwedische König hatte den Bau von vier Kriegsschiffen angeordnet, darunter zwei große und zwei etwas kleinere. Das eine der beiden großen Schiffe war die Vasa, das andere die Äpplet. Das Schiff war nach Museumsangaben 1629 zu Wasser gelassen worden. Es wurde demnach von demselben Schiffsbauer gebaut wie die Vasa ein Jahr zuvor. Die Vasa war bereits bei der Jungfernfahrt kurz nach dem Auslaufen gesunken und Mitte des 20. Jahrhunderts im Stockholmer Hafen wiederentdeckt worden. Die Äpplet wurde gut 30 Jahre nach Fertigstellung als Teil einer Unterwasserbarriere versenkt, die Feinde daran hindern sollte, Stockholm auf dem Seeweg zu erreichen.

»Das wird uns helfen zu verstehen, wie sich die großen Kriegsschiffe entwickelt haben, von der instabilen Vasa zu seetüchtigen Giganten, die die Ostsee kontrollieren konnten – ein entscheidender Faktor für Schwedens Aufstieg zur Großmacht im 16. Jahrhundert«, wird Patrik Höglund, Archäologe an dem Museum, in einer Mitteilung  zitiert.

Meeresarchäologen hatten 2021 in der Nähe der Meeresenge bei Vaxholm ein Schiffswrack entdeckt, heißt es in der Mitteilung. Teile der Bordwände seien auf den Meeresgrund gestürzt, aber ein Teil des Rumpfes sei erhalten geblieben. Auf den Seitenwänden seien Bullaugen auf zwei verschiedenen Ebenen gefunden worden, was den Angaben zufolge auf ein Kriegsschiff mit zwei Geschützdecks hindeuten würde.

Modell der Vasa im Museum in Stockholm

Modell der Vasa im Museum in Stockholm

Foto: Anders Wiklund / dpa

Eine zweite Untersuchung im Frühjahr 2022 hätte Details zu Vorschein gebracht, die man bisher nur von der Vasa gekannt hätte. Analysen bestätigten demnach den Verdacht: »Es stellte sich heraus, dass die Eiche für das Schiffsholz 1627 in Mälardalen gefällt wurde – an der gleichen Stelle wie das Holz der Vasa nur wenige Jahre zuvor«, heißt es in der Mitteilung.

Bereits zuvor fanden Meeresarchäologen zwei Schiffswracks in der Region, die sie jeweils für die Äpplet hielten. Untersuchungen ergaben jedoch, dass es sich um andere Schiffe handelte, schreibt das Museum.

ani/dpa

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