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GEOLOGIE Sturmspuren aus Sand

aus DER SPIEGEL 32/2001

Aus den Sedimenten in den Marschen der Jamaica Bay, zwischen dem New Yorker Kennedy Airport und der Atlantikküste, wollen amerikanische Geologen eine Chronik der Hurrikane rekonstruieren. Die viele Jahrhunderte zurückreichende Zeittafel soll neue Aufschlüsse über Zusammenhänge zwischen Häufigkeit und Stärke dieser Wirbelstürme und Klimafaktoren wie den Temperaturschwankungen des Ozeans geben. Für ihre Spurensuche pressen die Forscher zweieinhalb Meter lange Aluminiumrohre in den weichen Marschboden. In den Bohrkernen fahnden sie im Labor nach Sandstreifen - typischen Anzeichen dafür, dass eine mit einem schweren Wirbelsturm verbundene Sturmflut den Sand der Atlantikdünen bis in die Marschlande trug. Je tiefer im Bohrkern die Sandstreifen auftreten, desto weiter zurück datieren die Forscher das Sturmereignis. Da extrem starke Hurrikane sehr selten auftreten, könnten die Daten eine bessere Abschätzung des tatsächlichen Risikos für die Superstürme ermöglichen - von Interesse auch für die Versicherungswirtschaft. So entdeckten Forscher der Brown University in Bohrproben, die an der Küste Rhode Islands genommen worden waren, bereits eindeutige Merkmale für zwei schwere Hurrikane, welche die US-Küstenregion im 14. und 15. Jahrhundert heimgesucht hatten - lange vor den ersten europäischen Siedlern.

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