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Supraleitung erklärt?

aus DER SPIEGEL 40/1988

Wissenschaftler des California Institute of Technology präsentierten auf einer Tagung in Los Angeles erstmals eine weitgehende Theorie zur Erklärung der sogenannten Supraleitung. Bislang war die Frage ungelöst, weshalb ausgerechnet in bestimmten keramischen Metalloxiden - von Hause aus schlechten Stromleitern - elektrischer Strom bei vergleichsweise hohen Temperaturen ohne Widerstand fließt. Seit die IBM-Forscher Georg Bednorz und Alex Müller die internationale Physikergemeinde 1986 mit der Entdeckung verblüfften, daß keramische Verbindungen ("Zürcher Oxide") besonders gute Supraleiter sind, stiegen die für die Supraleitung nötigen Tiefkühl-Temperaturen von minus 250 auf derzeit nur noch minus 148 Grad Celsius. Die Theorie der California-Crew, die auf den »Ma gnon-pairing«-Mechanismus, ein Phänomen der Quantenmechanik, abhebt, stimmt mit einer Reihe von experimentell gewonnenen Daten gut überein, wie die Forscher mitteilten. Bestätigt sich die Theorie, seien für die Zukunft weitere Rekorde zu erwarten: Die für technische Anwendungen so verlockende Stromleitung ohne jeden Leitungsverlust sei bei »Zürcher Oxiden« bis hinauf zu Temperaturen von minus 48 Grad Celsius denkbar.

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