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Synthese-Wirkstoff stillt Magenbluten

aus DER SPIEGEL 3/1981

Die seit 1973 bekannte Eiweißverbindung Somatostatin könnte bei lebensbedrohenden Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und schwersten Blutungen in Magen und Darmtrakt helfen. Bislang wurden von dem Wirkstoff jedoch nur kleinste Mengen, vor allem aus Tierhirnen, gewonnen. Jetzt hat Professor Erich Wünsch vom Max-Planck-Institut in Martinsried ein Verfahren entwickelt, künstliches Somatostatin in industriellem Maßstab herzustellen, das mit dem Naturstoff identisch ist. Zwar hat die Eiweißverbindung wahrscheinlich vielerlei noch ungeklärte funktionshemmende Wirkungen im menschlichen Organismus; in Todesgefahr aber, etwa wenn sich die Bauchspeicheldrüse gleichsam selbst verdaut, wird das Kunstprodukt nun erprobt. Das Bundesgesundheitsamt hat das synthetische Somatostatin, wie es die Münchner Firma Diamalt produziert, bereits als Medikament für die klinische Anwendung zugelassen.

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