Unglücksmaschine Boeing findet neues Softwareproblem bei 737 Max

Das Problem steckt Insidern zufolge ausgerechnet in der Software, die als entscheidende Hürde für eine Wiederzulassung gilt: Boeing könnte beim Zeitplan für die Unglücksmaschine 737 Max erneut zurückgeworfen werden.
Flugzeugrümpfe in Kansas: Die neuen Probleme könnten die Wiederzulassung verzögern

Flugzeugrümpfe in Kansas: Die neuen Probleme könnten die Wiederzulassung verzögern

Foto: Nick Oxford/ REUTERS

Der Flugzeughersteller Boeing hat ein neues Softwareproblem bei dem mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max entdeckt. Das könnte eine Wiederzulassung erschweren. "Wir nehmen die notwendigen Updates vor", teilte Boeing am Freitag mit.

Das Unternehmen arbeite mit der US-Flugaufsicht FAA zusammen und habe Kunden und Zulieferer informiert. "Unsere oberste Priorität ist, dass die 737 Max sicher ist und alle regulatorischen Vorgaben erfüllt sind, bevor sie wieder in den Betrieb geht."

Die 737 Max ist seit März 2019 wegen zwei Abstürzen, bei denen insgesamt 346 Menschen starben, rund um den Globus mit Flugverboten belegt. Als entscheidende Ursache der verheerenden Unglücke gilt eine fehlerhafte Steuerungsautomatik der Boeing-Flugzeuge.

Aktienkurs fällt

Das nun aufgetauchte neue Problem wurde laut informierten Quellen bei der Finalisierung des Updates ausgerechnet dieser Software festgestellt, die als entscheidende Hürde für eine Wiederzulassung gilt. Dadurch könnte sich das Verfahren noch länger hinziehen.

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA teilte in einem Statement lediglich mit, dass bei der angestrebten Wiederinbetriebnahme der 737 Max ein gründlicher Prüfungsprozess befolgt werde, bei dem die Behörde mit anderen internationalen Regulierern kooperiere. Es gebe keinen Zeitplan darüber, wann diese Arbeiten abgeschlossen werden.

Das neue Problem betreffe eine Software, die den korrekten Betrieb bestimmter Monitore der 737 Max sicherstellen solle, hieß es aus eingeweihten Kreisen. Einer dieser Monitore sei bei einem Test nicht richtig hochgefahren worden. Anleger reagierten nervös: Boeings Aktien fielen im späten US-Handel um rund zwei Prozent.

brt/dpa/AFP
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