Entwicklung für das Militär Airbus präsentiert Tarndrohne

Für Radar unsichtbar, extrem leise: Ingenieure haben für ein bisher geheimes Militärprojekt eine Superdrohne entwickelt. Geflogen ist sie aber noch nie. Und es ist unklar, ob es dazu kommen wird.

AIRBUS

Viel ist auf den Bildern von LOUT nicht zu erkennen. Aber das ist durchaus im Sinne der Erfinder. Denn die Militärdrohne, an der Ingenieure des Luftfahrtkonzerns Airbus seit Jahren heimlich arbeiten, soll möglichst selten jemand zu Gesicht bekommen - für feindliche Radargeräte ist sie angeblich fast unsichtbar.

Nicht zufällig erinnert die Form des Testmodells, das nun von dem Konzern vorgestellt wurde, an Tarnkappenflugzeuge wie die Northrop B-2 oder die Lockheed F-117. Im Gegensatz zu solchen Stealthflugzeugen soll die LOUT-Drohne (Low Observable UAV Testbed) aber ohne Piloten auskommen - auch wenn die veröffentlichten Bilder eine Pilotenkuppel andeuten.

Das zwölf mal zwölf Meter große Fluggerät eignet sich perfekt für geheime Missionen. Nach Airbus-Angaben könnte die Drohne extrem leise durch die Luft gleiten, zudem soll sie kaum messbare elektromagnetische Strahlung verursachen und auch keine Angriffspunkte für Wärmesuchsysteme von feindlichen Raketen bieten. Dafür werden Teile des Geräts gekühlt. In der Eigendarstellung des Konzerns ist auch von einem Waffenschacht am Bauch der Drohne die Rede, was darauf hindeutet, dass das Fluggerät bei Bedarf auch bewaffnet werden könnte.

Bisher wurde die teils mit radarabsorbierendem Material bestückte Drohne nur in Simulationen am Computer und in Labors getestet. Geflogen ist das 2014 fertiggestellte Modell noch nie.

Und es ist unklar, ob es überhaupt dazu kommen wird. Zwar erhielt Airbus für das Projekt einen Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums, der umfasst allerdings nur die Entwicklung der Technik, nicht die Fertigstellung des Fluggeräts.

Die Erkenntnisse aus dem LOUT-Projekt sollen ein weiteres Waffensystem voranbringen: Beim Bau von FCAS (Future Combat Air System) arbeiten Deutschland und Frankreich an einem gemeinsamen Kampfjet. Auch Airbus gehört zu den beteiligten Unternehmen.

Bis 2040 wollen die beiden Staaten ein Flugzeug bauen, das den Eurofighter beziehungsweise die französische Rafale ablösen soll. Für das FCAS-Programm sind aber auch Drohnen vorgesehen. Das Rüstungsprojekt steht nicht zuletzt wegen seiner hohen Kosten in der Kritik. Es könnte bis zu 80 Milliarden Euro teuer werden. Ein Eurofighter ist dagegen vergleichsweise günstig. Er kostet 130 Millionen Euro.

joe



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