Atomruine Fukushima Tepco schaltet Filtersystem ab

Das System "Alps" soll radioaktives Wasser reinigen, das zur Kühlung der havarierten AKW-Reaktoren von Fukushima benutzt wurde. Nun musste der Betreiber Tepco die Filteranlage wegen eines Defekts abschalten.
Japans Premierminister Shinzo Abe (rechts) bei der Besichtigung des Systems "Alps", das verseuchtes Wasser reinigt

Japans Premierminister Shinzo Abe (rechts) bei der Besichtigung des Systems "Alps", das verseuchtes Wasser reinigt

Foto: POOL/ REUTERS

Tokio - Der Betreiber der havarierten japanischen Atomanlage Fukushima hat ein System zur Reinigung von radioaktiv verseuchtem Wasser erneut heruntergefahren. Tepco teilte am Mittwoch mit, an dem Filtersystem sei ein "Defekt" entdeckt worden, daher sei es am Dienstag zu Reparaturzwecken abgeschaltet worden. Noch sei unklar, wann das System wieder in Betrieb gehen könne, weil die Ursache für den Defekt noch nicht gefunden sei, sagte eine Tepco-Sprecherin.

Mit dem System "Alps" ("Advanced Liquid Processing System") wird das radioaktiv verseuchte Wasser gereinigt, das zur Kühlung der zerstörten Reaktoren verwendet wurde. Das System musste wegen Unregelmäßigkeiten in der Vergangenheit schon einmal abgeschaltet werden. Im Lauf des Jahres soll ein neues Filtersystem in Betrieb gehen.

Die Betreiber der Anlage kämpften seit dem Atomunfall im März 2011 immer wieder mit schweren Pannen - meist mit Lecks, durch die große Mengen verstrahlten Wassers austraten. Besonders an den Speichertanks, in denen jenes verseuchte Wasser gelagert wird, werden immer wieder undichte Stellen entdeckt.

Die japanische Atomaufsicht hatte Tepco kritisiert, weil sie problematische Strahlenwerte zum Isotop Strontium-90 im Grundwasser erst mit massiver Verspätung veröffentlicht hatte - trotz wiederholter Anfragen der Behörden.

Tepco hat angekündigt, alle Reaktoren in Fukushima dauerhaft stillzulegen - also auch die vergleichsweise wenig beschädigten Blöcke 5 und 6. Die Katastrophe von Fukushima infolge eines Erdbebens und eines Tsunamis war das folgenschwerste Atomunglück seit dem Unfall von Tschernobyl im Jahr 1986.

boj/AFP
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