Frankreich und Belgien Greenpeace warnt vor Sicherheitslücken in AKW

Greenpeace sieht die Gefahr in den Abklingbecken: Anders als die Reaktorgebäude der französischen und belgischen AKW seien diese nicht extra geschützt. Das könnte bei einem Angriff fatale Folgen haben.
AKW in Cattenom

AKW in Cattenom

Foto: JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN/ AFP

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat vor einer Gefahr durch abgebrannte Brennelemente in französischen und belgischen Atomkraftwerken gewarnt. Die Einrichtungen seien nicht ausreichend gegen Angriffe geschützt.

Die Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente seien bei einer Attacke "extrem anfällig", teilte die Umweltschutzorganisation in Paris mit . In diesen Becken falle die höchste radioaktive Strahlung in einem Atomkraftwerk an. Anders als die Reaktorgebäude seien die Gebäude der Abklingbecken nicht mit einem verstärkten Sicherheitsbehälter versehen.

Falls bei einer Attacke das Becken beschädigt würde und das Wasser abliefe, würden die Brennelemente nicht mehr gekühlt, hieß es: "Ein Atomunfall kommt in Gang, mit sehr schwerwiegenden radiologischen Folgen." Es könnte ein Feuer ausbrechen, durch das eine Region im Umkreis von bis zu 250 Kilometern verstrahlt werden könnte.

"Sehr hohes Bedrohungslevel" in Frankreich

Die Organisation hatte sieben Experten aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA mit der Untersuchung der 58 französischen AKW sowie sieben belgischen Anlagen beauftragt, die sich auf frei zugängliche Informationen stützt.

Vier Kraftwerke in Frankreich - darunter Cattenom und Fessenheim - sowie Doel und Tihange in Belgien wurden dabei näher untersucht. Greenpeace veröffentlichte nur eine Zusammenfassung , der komplette Bericht werde aus Sicherheitsgründen nur den Behörden zugängig gemacht.

Darin wird auch auf das "sehr hohe Bedrohungslevel" in Frankreich verwiesen - das Land war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von Terroranschlägen. Greenpeace forderte vom Stromkonzern EDF, der die 58 französischen Atomreaktoren betreibt, die Abklingbecken besser zu schützen.

Der französische Betreiber EDF wies die Vorwürfe zurück. Die Kraftwerke seien sicher, teilte der Konzern mit. Die Sicherheitsmaßnahmen vor Terrorangriffen würden laufend überprüft.

brt/dpa/Reuters/AFP
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