Experiment bestätigt alte Theorie Aliens könnten schwarze Löcher zur Energiegewinnung nutzen

Schwarze Löcher lassen sich als Kraftwerke nutzen, glaubte der Physiker Roger Penrose. Doch nur eine weit entwickelte Zivilisation wäre dazu in der Lage. 50 Jahre später bestätigten Forscher die Theorie im Prinzip.
Das erste Bild eines schwarzen Lochs sorgte 2019 für eine wissenschaftliche Sensation

Das erste Bild eines schwarzen Lochs sorgte 2019 für eine wissenschaftliche Sensation

Foto: DPA

Versuche in Großbritannien bestätigen eine 50 Jahre alte Theorie, nach der sich schwarze Löcher womöglich zur Energiegewinnung nutzen lassen. Laut den Überlegungen des Physikers Roger Penrose aus dem Jahr 1969 könnte das gelingen, wenn ein Objekt in den äußeren Bereich eines schwarzen Lochs gelenkt wird, wo alle Materie unweigerlich in Rotation gerät - außer es bewegt sich schneller als Licht. In diesem Fall würde das Objekt eine negative Energie erhalten.

Wenn es nun gelingt, das Objekt in zwei Teile zu spalten, von denen eines im schwarzen Loch verschwindet, würde durch die Rückstoßaktion Energie frei. Allerdings wäre wahrscheinlich nur eine weit entwickelte Zivilisation dazu in der Lage, so Penrose, mit anderen Worten: Aliens.

"Wenn die Scheibe schnell genug rotiert, passiert etwas komisches"

Nun haben Forscher der Universität Glasgow einen Weg gefunden, den Effekt in einem Experiment zu beweisen, berichten sie im Fachblatt "Nature Physics" . Dafür richteten sie einen Ring aus Lautsprechern auf eine rotierende Scheibe aus Schaumstoff, die wie ein Schallabsorber wirkte und das schwarze Loch simulieren sollte.

"Wenn die Scheibe schnell genug rotiert, passiert etwas Komisches", erklärt Physikerin Marion Cromb von der University of Glasgow, "die Frequenz des Geräuschs wechselt von einer positiven Frequenz in eine negative und stiehlt dabei quasi Energie von der rotierenden Oberfläche."

Tonbänder haben den Effekt aufgezeichnet. Auf ihnen ist zu hören, wie die Geräusche der Lautsprecher zunächst immer leiser werden, wenn sie auf die immer schneller rotierende Scheibe treffen. Doch dann nimmt die Lautstärke plötzlich wieder zu. Das Geräusch ist dann sogar noch lauter als der Originalton.

Ein ähnliches Phänomen lässt sich auch bei Krankenwagen beobachten, sagt Comb. Obwohl deren Sirene immer gleich klingt, wirkt der Ton höher, wenn sich der Krankenwagen nähert. Das liegt daran, dass der Schall gestaucht wird. Wenn sich der Krankenwagen entfernt, nimmt der Mensch das Geräusch dagegen tiefer wahr. Physiker sprechen vom Dopplereffekt.

"Es ist seltsam, sich vorzustellen, dass wir hier in unserem Labor im Westen Schottlands eine kosmische Theorie von vor 50 Jahren bestätigen konnten", sagt Physiker Daniele Faccio, der ebenfalls an der Studie mitgearbeitet hat. "Aber wir glauben, dass sich dadurch viele neue Wege der wissenschaftlichen Erforschung öffnen werden."

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes wurde der Dopplereffekt falsch beschrieben. Er bezieht sich nicht auf die Lautstärke, sondern auf die Frequenz eines Geräuschs. Wir haben den Text entsprechend korrigiert.

koe