Atomkraftwerk in den Niederlanden Angst vor Westwind

In den Niederlanden soll ein neues Kernkraftwerk entstehen, doch dagegen regt sich Widerstand. Weil es nur 180 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegen würde, protestiert jetzt Nordrhein-Westfalen offiziell gegen das Bauvorhaben. 
Kernkraftwerk Borssele I: Die Niederlande planen ein neues AKW

Kernkraftwerk Borssele I: Die Niederlande planen ein neues AKW

Foto: ? Jerry Lampen / Reuters/ REUTERS

Düsseldorf - Das nordrhein-westfälische Landeskabinett entscheidet am Dienstag über ein Protestschreiben an die niederländische Regierung. Es geht um das neue Atomkraftwerk Borssele II, dass 180 Kilometer von der nordrhein-westfälischen Landesgrenze entfernt erbaut werden soll. Laut EU-Recht dürfen Nachbarländer zu Bauvorhaben jenseits der Landesgrenze Stellung nehmen.

Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) beklagt "unvertretbare Risiken" bei einem Betrieb des Kernkraftwerks. Im Fall eines gravierenden Unfalls würde eine atomare Wolke bei Westwind das dichtbesiedelte Ruhrgebiet in nur sechs Stunden erreichen. Laut der Stellungnahme des Landesumweltministeriums müsste die vorübergehende Umsiedlung von Menschen geprüft werden, landwirtschaftliche Erzeugnisse dürften nicht mehr in den Handel gelangen. NRW will seinem Nachbarn nun zu einer "intensiven Prüfung von Alternativen" bei der Energiegewinnung raten.

Barbara Schmid
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