Australien Forschungsballon legt spektakulären Crash hin

Ein riesiger Nasa-Forschungsballon ist kurz nach seinem Start in Australien abgestürzt. Die teuren Geräte an Bord sind Schrott. Eigentlich sollten sie in den oberen Schichten unserer Atmosphäre die Gammastrahlung messen.

REUTERS

Sydney - Hoch hinaus wollten die Forscher aus den USA und Taiwan mit ihrem riesigen Heliumballon der US-Weltraumbehörde Nasa: In 40 Kilometern Höhe wollten sie damit zwei Wochen lang die Gammastrahlung hoch über ihren Köpfen untersuchen. Doch daraus wird nun nichts, der Versuch bei Alice Springs in Australien scheiterte: Beim Start riss sich das Fluggerät von seinen Verankerungen los. Die Nutzlast schleifte über den Boden und zerstörte ein Auto. Auch der Ballon und die Millionen-Dollar-Ausrüstung mit einem Germanium-Halbleiterdetektor an Bord wurden dabei komplett zerstört. Immerhin: Niemand wurde verletzt.

Ein Team der Australian Broadcasting Corporation filmte die dramatischen Geschehnisse. Die Aufnahmen des Unfalls zeigen, wie sich das Untergestell des Ballons löst, durch einen Zaun auf dem Startgelände schlägt, einen großen Geländewagen umstürzt und nur äußerst knapp an verängstigten Passanten vorbeirauscht. "Wir saßen in unserem Auto und wollten aus dem Weg fahren, wir waren nur 30 Zentimeter davon entfernt, hinweggefegt zu werden", berichtete ein Augenzeuge im Fernsehen.

Der Ballon hat im aufgeblasenen Zustand die Ausmaße eines Mehrfamilienhauses. Er fasst 1,3 Millionen Liter. Die Polyethylen-Haut des Fluggeräts ist gerade einmal 0,002 Zentimeter dick - und vergleichbar mit einem handelsüblichen Müllbeutel. Trotzdem können Ballons dieses Typs eine Nutzlast von 3600 Kilogramm transportieren.

In der vergangenen Woche war ein ähnlicher Ballon in die Erdatmosphäre gestartet, wo er Strahlungen aus dem Universum messen soll. Der Direktor des Startzentrums in Alice Springes, Ravi Sood, zeigte sich schwer enttäuscht von dem Unfall. "Beim Ballonfliegen kommt das manchmal vor, aber es ist sehr, sehr enttäuschend. Herzzerreißend."

chs/afp/ap



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