Abtransport der "Costa Concordia" Die Furcht vor dem Sturm

Das Wrack wurde aufgerichtet - nun soll es von der Insel Giglio nach Genua geschleppt werden: Welche Risiken drohen der "Costa Concordia" auf ihrer letzten Reise? Lesen Sie hier die wichtigsten Antworten.

DPA

Der Abtransport der havarierten "Costa Concordia" von der Insel Giglio könnte sich um einen Tag auf kommenden Dienstag verschieben. Schlechtes Wetter und mögliche Probleme mit der technischen Stabilisierung des Schiffes könnten eine Verschiebung notwendig machen, sagte der italienische Chef des Zivilschutzes, Franco Gabrielli.

Das Wrack soll vom Unglücksort Giglio vorbei an der französischen Insel Korsika ins 350 Kilometer entfernte Genua geschleppt werden. Dort wird es dann verschrottet. Die französischen Behörden hatten Besorgnis über mögliche Umweltrisiken geäußert. Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffs waren vor zweieinhalb Jahren 32 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwölf Deutsche.

Er erwarte keine Probleme, bis das Wrack mit seinen vier Schleppschiffen und zehn Begleitschiffen, die nördliche Spitze Korsikas erreichen werde, sagte der Leiter der Bergung, Nick Sloane. "Aber danach sind wir auf dem offenen Meer und das werden die schwierigsten 48 Stunden." Er könne den französischen Behörden keine absolute Sicherheit garantieren, aber das Team an Bord werde die Situation im Griff haben. "Ich bin sehr zuversichtlich." Die Reise nach Genua soll mehrere Tage dauern

Lesen Sie hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur letzten Etappe der rund 1,5 Milliarden Euro teuren Bergung des Schiffs:

Wie gelangt das Schiff nach Genua?

Die "Costa Concordia" wurde in der letzten Bergungsphase vor der Insel Giglio auf den Abtransport vorbereitet. Dort pumpen die Ingenieure Pressluft in die 30 Schwimmtanks an den Seiten des Schiffs, damit es Auftrieb bekommt. Für die Fahrt soll der Kreuzfahrtriese dann einen Tiefgang von etwa 17 Metern haben. Insgesamt vier Schlepper - zwei am Bug und zwei am Heck - werden die "Costa Concordia" begleiten.

Wie lange dauert die Fahrt nach Genua? Wer begleitet das Schiff?

Etwa vier bis fünf Tage soll der 114.500-Tonnen-Riese für die 350 Kilometer lange Strecke bei einer Geschwindigkeit von knapp vier Kilometern pro Stunde brauchen. Begleitet wird er auf seiner letzten Reise von mehr als zehn weiteren Schiffen. Darunter sind Umweltschützer, die Küstenwache, zahlreiche Spezialboote mit Werkzeug und einem Kran sowie ein Schiff, das ausgelaufenes Öl aufnehmen kann. Zudem begleitet ein Hubschrauber den Transport, der Luftraum wird geschlossen und das Meer rund um das Schiff abgesperrt.

Welche Risiken gibt es jetzt noch?

Nach Angaben der Reederei sind die Risiken klein im Vergleich zu dem, was in den vorherigen Phasen der Bergung hätte geschehen können. Die Experten hoffen, dass Öl und andere gefährliche Flüssigkeiten in dem Schiff bleiben und bei der Verschrottung entsorgt werden können. Dennoch begleiten Umweltschützer den Transport, sie achten vor allem auf eine mögliche Wasserverschmutzung. Eine weitere Gefahr könnte ein Wetterumschwung sein - das Wrack der "Costa Concordia" könnte hohen Wellen und Belastungen nicht standhalten.

Was geschieht in Genua mit dem Schiff? Wie wird es verschrottet?

Das Verschrotten des Schiffs soll noch einmal rund 22 Monate dauern. Medienberichten zufolge sollen 700 Arbeiter den Kreuzfahrtriesen zerlegen. Im Containerterminal Voltri des Hafens in Genua ist eine 14.500 Quadratmeter große Fläche vorbereitet, wo Container und Geräte für die Arbeiten untergebracht werden. Im Wasser wird eine Fläche von 28.000 Quadratmetern benötigt.

In der ersten Phase soll die Inneneinrichtung des Schiffs entfernt werden. Danach wird die "Costa Concordia" in ein Bassin in einem Bereich für Schiffsreparaturen gebracht, wo die einzelnen Decks nach und nach demontiert werden. Für das endgültige Verschrotten kommt das Schiff dann noch einmal in einen anderen Bereich des Hafens. Etwa vier Fünftel des Materials recycelt werden.

Chronologie einer Katastrophe

boj/dpa

insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
SPONU 18.07.2014
1.
Wird sie nun geschleppt oder aufgeladen? In einer früheren Pressemeldung hiess es mal dass ein Halbtauchschiff "Dockwise Vanguard" zum Einsatz käme. Ist dem nicht mehr so?
jujo 18.07.2014
2. ...
Zitat von SPONUWird sie nun geschleppt oder aufgeladen? In einer früheren Pressemeldung hiess es mal dass ein Halbtauchschiff "Dockwise Vanguard" zum Einsatz käme. Ist dem nicht mehr so?
Der Bericht ist doch mehr als eindeutig, das Wrack wird geschleppt! Den Bericht bitte lesen , dann erübrigt sich Ihre Frage.
zorngibel 18.07.2014
3. @ jujo
Oberlehrerchen?
carwood.lane 19.07.2014
4.
Erstmal abwarten, ob die CC in Genua auch ankommt, nech?! Costa Crociere ist ein Unternehmen, dass auf Gewinn aus ist und es hat schon genug Kosten mit der Bergung gehabt. Die Verschrottung kostet wieder Geld. Der Weg nach Genua ist weit, das Meer an einigen Stellen tief, Unwetter sind möglich oder andere Komplikationen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt...
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