Boeing 737 Max 8 Französische Behörde bestätigt Ähnlichkeiten bei Flugzeugabstürzen

Boeing gerät nach zwei Abstürzen von Flugzeugen der Baureihe 737 Max 8 immer stärker unter Druck. Französische Experten kamen bei der Auswertung von Daten der Unglücke zu einem eindeutigen Ergebnis.

Ort der Katastrophe nahe Addis Abeba
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Ort der Katastrophe nahe Addis Abeba


Die äthiopische Verkehrsministerin hatte bereits am Sonntag auf Parallelen zwischen den zwei Flugzeugkatastrophen aufmerksam gemacht: Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in dem afrikanischen Land hat die französische Luftsicherheitsbehörde BEA die Gemeinsamkeiten mit dem Unglück einer baugleichen Maschine in Indonesien nun bestätigt. Während der Überprüfung der Daten habe das Untersuchungsteam "klare Ähnlichkeiten" festgestellt, teilte die BEA mit.

Die Flugschreiber seien in gutem Zustand und hätten die Auswertung "von fast allen erfassten Daten" ermöglicht, teilte die äthiopische Verkehrsministerin Dagmawit Mogesam mit. Die Regierung werde in einem Monat einen detaillierten Bericht dazu veröffentlichen.

Die französischen Experten hatten bei der Auswertung der Daten der Flugschreiber geholfen. Diese zeichnen den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten auf, weswegen sie für die Klärung der Unglücksursache entscheidend sein werden. Die Behörde übergab die Daten anschließend an Äthiopien. Bei dem Absturz von Flug ET 302 nahe der Hauptstadt Addis Abeba waren alle 157 Menschen an Bord ums Leben gekommen, darunter auch fünf Deutsche.

Im Oktober war in Indonesien ebenfalls eine relativ neue Boeing 737 Max 8 der Fluggesellschaft Lion Air abgestürzt; dabei kamen fast 200 Menschen ums Leben. Ermittler vermuten, dass eine von Boeing eigens für die neue Flugzeugreihe entwickelte Steuerungssoftware ein wichtiger Auslöser des Absturzes gewesen sein könnte. Schon nach dem ersten Katastrophe hatten sich Piloten über die Boeing 737 Max beschwert. Erst am Wochenende waren Vorwürfe laut geworden, nach denen US-Flugzeugbauer Boeing bei der Entwicklung der 737 Max geschlampt und die Aufsichtsbehörde FAA getäuscht worden sein könnte.

Nach dem jüngsten Crash einer fast fabrikneuen Maschine der Fluglinie Ethiopian Airlines erließen Luftfahrtbehörden rund um die Welt bis zur Klärung der Unglücksursachen ein Flugverbot für die Boeing-737-Max-Reihe.

joe/dpa

insgesamt 118 Beiträge
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rgw_ch 18.03.2019
1. Flugschreiber
Zeichnen die Flugschreiber wirklich nur den Sprechfunk im Cockpit auf? Ich dachte, es gibt auch einen "Cockpit Voice Recorder" der auch Gespräche zwischen den Piloten erfasst. Oder ist das ein separates Gerät, das nicht mit dem Flugschreiber sichergestellt wurde?
K:F 18.03.2019
2. US Sanktionen gegen Frankreich
Weil die es doch wagen, Daten von Boing, auszuwerten. Das ist glatt gegen die nationale Sicherheit der USA. Airbus wird mit Sanktionen ebenfalls belegt und alle Staaten dieser Welt, die Airbus im Einsatz haben.
Eddy_Duane 18.03.2019
3.
Zitat von rgw_chZeichnen die Flugschreiber wirklich nur den Sprechfunk im Cockpit auf? Ich dachte, es gibt auch einen "Cockpit Voice Recorder" der auch Gespräche zwischen den Piloten erfasst. Oder ist das ein separates Gerät, das nicht mit dem Flugschreiber sichergestellt wurde?
Zitat Wikipedia: "Flugschreiber (umgangssprachlich als Black Box bezeichnet) sind an Bord von Flugzeugen mitgeführte Aufzeichnungsgeräte, die während eines Fluges relevante Flugdaten- und Flugzeugparameter sowie akustische Informationen zeitlich zugeordnet speichern. Es gibt zwei Arten von Flugschreibern: den Flugdatenschreiber (englisch: flight data recorder, kurz FDR) und den Stimmenrekorder (cockpit voice recorder, kurz CVR). Es können auch beide Geräte in einem Cockpit Voice and Data Recorder (CVDR) vereint sein."
maynard_k. 18.03.2019
4. Was ist denn mit den anderen Boeing Modellen?
Wenn die Unternehmensführung hier wirklich derart skrupellos vorgegangen ist und tatsächlich die Möglichkeit hatte das zu verschleiern können doch genauso gut auch andere Flugzeuge nicht korrekt geprüft worden sein!
DerBlicker 18.03.2019
5. Keine Überraschung
Die im Internet verfügbaren Flugdaten waren schon so eindeutig, dass selbst der Laie die Ähnlichkeiten zum Absturz der Lion Air Maschine erkennen konnte. In beiden Fällen gab es trotz schönem Wetter unerklärliche Wellenbewegungen, so fliegt kein Pilot, selbst wenn er besoffen wäre.
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