Boeing 737 NG Angebliche Risse an Tragflächen machen Ryanair zu schaffen

Bauteilrisse an Flugzeugen der 737 Next Generation-Maschinen von Boeing verunsichern die Fluggesellschaften. Laut einem Bericht sollen auch drei Flugzeuge von Ryanair betroffen sein.

Eine Boeing 737-800 von Ryanair bei der Landung: "Der heutige Artikel ist Schrott"
REUTERS

Eine Boeing 737-800 von Ryanair bei der Landung: "Der heutige Artikel ist Schrott"


Die schlechten Nachrichten für den US-Flugzeugbauer Boeing reißen nicht ab. Nach den technischen Problemen an der 737 Max mit zwei Abstürzen gibt es auch bei Maschinen der Baureihe 737 Next Generation (NG) Schwierigkeiten.

Zuletzt traten Bauteilrisse an der Verbindung zwischen den Tragflächen und dem Rumpf bei Maschinen dieses Typs der australischen Fluggesellschaft Qantas auf. Nun meldete der Billigflieger Ryanair, dass es bei Kontrollen bei weniger als fünf Prozent der Flugzeuge Auffälligkeiten gegeben habe.

Laut der britischen Zeitung "Guardian" sollen drei Ryanair-Maschinen wegen der Risse am Boden geblieben sein. Der Bericht bezieht sich auf interne Unterlagen der Fluggesellschaft, die Reparaturen wegen der Risse dokumentieren sollen. Das hat das Unternehmen zurückgewiesen. "Der heutige Artikel ist Schrott", betonte die Fluglinie. Sie habe die Zeitung in einer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass es keine Auswirkungen auf Flotte und Flugplan gebe. Die Untersuchung aller Maschinen mit mehr als 30.000 Flügen sei abgeschlossen, derzeit liefen Inspektionen der Flugzeuge mit weniger Flügen.

Das irische Unternehmen ist mit 450 Maschinen vom Typ 737-800, die zur Baureihe Next Generation (NG) zählt, der größte Boeing-Kunde für dieses Modell.

Boeing hatte Anfang Oktober mitgeteilt, dass es bei 737 NG-Maschinen Risse an der Verbindung zwischen Tragflächen und Rumpf geben könne, zu dem das wichtige Bauteil mit der Bezeichnung "Pickle fork" zählt. Daraufhin wurden Dutzende Boeing-Maschinen der australischen Gesellschaft Qantas, der US-Gesellschaft Southwest und bei Korean Air vorerst aus dem Verkehr gezogen.

Die Boeing 737 ist die weltweit meistgebaute Verkehrsmaschine. Das erste Flugzeug diesen Typs flog 1967 für die Lufthansa. Von den verschiedenen Modellen der 737 NG wurden seit Mitte der Neunzigerjahre nach Angaben von Boeing weltweit mehr als 6100 Exemplare hergestellt.

joe/dpa/AFP

insgesamt 19 Beiträge
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fatherted98 06.11.2019
1. soweit mir bekannt...
.....least Ryan Air die Flieger nur und kauft sie nicht....insofern.....sollte das Problem bei der Leasing Firma liegen.
Gluehweintrinker 06.11.2019
2. Wurden Risse festgestellt, sind sie nicht "angeblich"
... sondern eine nachweisliche Tatsache. Mit dem Begriff "Schrott" sollte man besonders in der Aeronautischen Industrie höchst sparsam umgehen, finde ich. Aber nun gut, wer würde von Seiten des irischen Billigstfliegers erwarten auf seriöse Kommunikationsformen zu treffen?
m_s@me.com 06.11.2019
3. Bei der ersten Meldung "gab sich Ryanair entspannt"
So schrieb es der Spiegel, Ryanair zitierend, als die News über die Risse zum ersten Mal die Runde machte. Da kann man mal sehen, was man auf die Pressearbeit von der Ryanair geben kann: Nichts. Entwarnung werden offenbar ohne weitere Prüfungen herausgegeben. "Weniger als 5 Prozent" ist auch prima: Dann sind Passagiere ja nur in wenigen Maschinen gefährdet.
Faktomat 06.11.2019
4. Sonderredaktion
Viele weitere Enthüllungen werden folgen. Der Spiegel wäre gut beraten, einen Sonderstab nur für Boeing zusammenzustellen. Denn auch in der Berichtsqualität ist noch Luft nach oben./// Da Qualität bei Boeing seit einigen Jahren aus der Mode kam, werden noch viele Fehler ans Licht kommen, zumal immer mehr whistleblower sich trauen werden auszusagen./// Und dann die ganzen kriminellen Vorgänge, keine Fehler, grobe Fahrlässigkeiten, sondern vorsätzliche Verstöße gegen Vorschriften, vielleicht auch Bestechung von Aufsichtsbehörden etc. Erste Verhaftungen, gegenseitige Beschuldigungen. Offener Streit zwischen der korrumpierten US Zulassungsbehörde und den Europäern. Nachweise der Manipulation des Aktienkurses, nicht nur durch Boeing, sondern auch durch institutionelle Anleger, weitere Verhaftungen, Konkurs, Rettung aus dem Konkurs durch die Regierung, etc. etc. Spiegel, glaubt's mir, ihr braucht eine Sonderredaktion und es bleibt spannend.
53er 06.11.2019
5. Irgendwas läuft bei Boeing gehörig schief,
Qualität scheint kein Kriterium zu sein, billig ist wichtig damit man konkurrenzfähig bleibt. Hat bei Boeing Marketing und Vertrieb das Regiment übernommen und Entwicklung und Produktion nicht mehr viel zu sagen aber zu liefern. Dann wird sicher noch mehr dreckige Wäsche gewaschen werden.
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