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11. Oktober 2011, 12:50 Uhr

Britisches Schiffswrack

Schon wieder Silberschatz im Atlantik entdeckt

Im Nordatlantik haben Schatzsucher ein weiteres Schiffswrack mit Silber an Bord entdeckt. Die SS "Mantola" wurde im Ersten Weltkrieg von einem deutschen U-Boot versenkt - und nahm Edelmetall im Wert von rund 14 Millionen Euro mit in die Tiefe.

Tampa - Odyssey Marine Exploration scheint derzeit eine Glückssträhne zu haben. Erst Ende September hat die US-Firma den Fund eines gewaltigen Silberschatzes vor der irischen Küste bekanntgegeben. Die SS "Gairsoppa", 1941 von einem deutschen U-Boot torpediert, hatte geschätzte 240 Tonnen Silber an Bord, heutiger Marktwert: knapp 200 Millionen Euro.

Jetzt meldet das Unternehmen erneut einen Silberfund, der zwar kleiner, aber immer noch beachtlich ist: Im Nordatlantik habe man die Reste der SS "Mantola" entdeckt. Das Silber an Bord sei mit 110.000 britischen Pfund versichert gewesen, was nach damaligem Geldwert rund 17 Tonnen Silber entsprochen hätte. Diese Menge wäre heute rund 14 Millionen Euro wert.

Die "Mantola" wurde wie die "Gairsoppa" von einem deutschen U-Boot versenkt: "U-81" schickte den britischen Frachter am 9. Februar 1917 südwestlich von Irland auf den Meeresgrund - nur rund 160 Kilometer von der Stelle entfernt, wo 24 Jahre später die "Gairsoppa" ihr Ende finden sollte. Seitdem lag die "Mantola" in einer Tiefe von rund zweieinhalb Kilometern.

Odyssey hat nach eigenen Angaben mit der britischen Regierung ein Abkommen über die Bergung des Schatzes geschlossen. Danach dürfe das Unternehmen 80 Prozent des Nettowerts behalten - was auch für den ungleich größeren Schatz der "Gairsoppa" gelte. Im Frühjahr 2012 sollen die Arbeiten an beiden Wracks beginnen.

Lukratives Geschäft

Nicht immer läuft die Zusammenarbeit mit den Regierungen so reibungslos: Erst kürzlich musste Odyssey eine herbe Niederlage im Streit mit Spanien einstecken. 2007 hatten die Bergungsexperten das Wrack der sagenumwobenen "Nuestra Señora de las Mercedes" gefunden. An Bord des vor rund 200 Jahren gesunkenen Kriegsschiffs befanden sich Gold und Silber im Wert von einer halben Milliarde Dollar. Odyssey flog das Edelmetall nach Florida aus, ohne die spanische Regierung zu informieren - und handelte sich einen heftigen Rechtsstreit ein.

Ende September entschied ein US-Berufungsgericht in Atlanta, dass der Schatz Spanien gehört. Das Gericht bestätigte damit ein Urteil von 2009. Allerdings befindet sich das Edelmetall weiterhin an einem geheim gehaltenen Ort im Besitz von Odyssey. Die Firma hat angekündigt, erneut in Berufung zu gehen.

Der Fund der "Mantola" ist für Odyssey dagegen ein äußerst lukratives Geschäft, denn aus einer Tiefe von rund zweieinhalb Kilometern sei der Schatz relativ leicht zu bergen. "Die Kosten für die Suche nach der 'Mantola' waren recht gering", sagte Odyssey-Präsident Mark Gordon. "Es war ein Notfallprojekt für den Fall, dass die Suche nach der 'Gairsoppa' früher als geplant abgeschlossen werden sollte." Auch die Bergung des Silbers aus beiden Wracks könne gemeinsam erfolgen, was die Kosten ebenfalls drücke.

Das börsennotierte Unternehmen will die "Mantola"-Operation auch als Testlauf für neue Technologien benutzen. Das Schiff liege in einer Tiefe, "in der wir über viel Erfahrung verfügen", sagte Geschäftsführer Greg Stemm. "Wir haben Informationen über die Lage der Fracht, die sie zu einem idealen Ziel für Versuche mit neuen Techniken macht. Sie werden nützlich sein für mehrere Tiefseeprojekte, die wir derzeit planen."

mbe/dapd/Reuters

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