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Taifunschutz: Tokios unterirdische Wasserkathedrale

Foto: Christoffer Rudquist/ Avaunt Magazine

Tokios Taifunschutz Die Wasser-Kathedrale

Jedes Jahr fegen zahlreiche Taifune über Japan hinweg. Mit einem ausgeklügelten Entwässerungssystem schützt die Hauptstadt Tokio Menschen und Häuser. Der Fotograf Christoffer Rudquist hat die Hallen und Tunnel dieses unterirdischen Netzes erkundet.

Regen prasselt auf das Land ein, Flüsse treten über die Ufer, überschwemmen Häuser und Straßen: Jedes Jahr fegen zahlreiche Taifune über Japan. Mit einem ausgeklügelten Entwässerungssystem schützt Tokio Menschen und Häuser. Weil oberirdisch nicht genug Platz vorhanden war, hat die Stadt nach anderen Lösungen gesucht - und ein einzigartiges Bauwerk geschaffen, laut japanischen Behörden das Größte seiner Art. Der Fotograf Christoffer Rudquist  zeigt im Auftrag des Avaunt Magazine  diesen verborgenen Ort, der 50 Meter unter der Erde liegt.

Die Anlage Shutoken Gaikaku Hsuiro, auf Deutsch etwa "äußerer Entwässerungskanal für das Hauptstadtgebiet", trägt den englischen Spitznamen G-Cans. Ihr Kontrollzentrum befindet sich in Kasukabe, wenige Kilometer nördlich von Tokio. In 32 Meter breiten und 65 Meter hohen Tanks sammelt sich das Regenwasser, kilometerlange Tunnel führen die Fluten in die sogenannte Kathedrale, die als Druckausgleichbehälter dient.

Von dort aus leiten Pumpen das Wasser in den Fluss Edogawa, der in den Pazifik mündet. 200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde können laut japanischen Behörden auf diese Weise aus der Stadt transportiert werden - ein olympisches Langbahn-Schwimmbecken wäre in rund 15 Sekunden trockengelegt.

"Der Bau zeigt den menschlichen Einfallsreichtum, den Wunsch, die Natur zu zähmen und unsere Umgebung zu verwandeln", sagt Rudquist. Seine Fotografien verdeutlichen die Ausmaße der Konstruktion: die gewaltige Kathedrale, die von 59 Betonsäulen getragen wird; die riesigen Pumpen, die gigantische Wassermassen in den Fluss leiten; den Kontrollraum, von dem aus die Anlage gesteuert wird.

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Taifunschutz: Tokios unterirdische Wasserkathedrale

Foto: Christoffer Rudquist/ Avaunt Magazine

Rudquist interessiert sich für Orte, die sonst für viele Menschen verborgen bleiben - und macht sie sichtbar. Er selbst durfte in alle Räumlichkeiten des Entwässerungssystems und war ergriffen: "Ich fühlte mich dort auf einmal ganz ruhig." Mit seinen Fotos will er diese Atmosphäre für viele Menschen erfahrbar machen.

1993 begann der Bau des Projekts, 15 Jahre dauerte er. Die Kosten beliefen sich auf über zwei Milliarden Euro. Doch die Investition hat sich gelohnt: Ein großer Teil der Überschwemmungen lässt sich seitdem eindämmen - rund sieben Mal im Jahr fließt Wasser in die Tanks.

In der Trockenzeit ist G-Cans eine Touristenattraktion. Dann erkunden Besucher die unterirdische Kathedrale - zum Nulltarif.

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