Emissionshandel Forscher fordern CO2-Abgabe für globalen Luftverkehr

Die Luftfahrt trägt Schätzungen zufolge fünf Prozent zur Klimaerwärmung bei - doch nur in der EU gibt es Beschränkungen für die Branche. Forscher fordern einen globalen Emissionshandel für Flugzeugabgase.

Flugzeug vor der Landung: "Deutlicher Anstieg der CO2-Emissionen der Luftfahrt"
DPA

Flugzeug vor der Landung: "Deutlicher Anstieg der CO2-Emissionen der Luftfahrt"


Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wollen die Luftfahrtbranche stärker am Klimaschutz beteiligen. Fluggesellschaften sollten nach einer neuen Studie künftig Verschmutzungsrechte für ihren CO2-Ausstoß kaufen. Das würde dazu führen, dass die Firmen stärker auf Klimaeffekte achten, wie Wissenschaftler am Donnerstag in Berlin berichteten.

Sie hatten alle klimarelevanten Ausstöße der internationalen Luftfahrtbranche berechnet und verschiedene Maßnahmen zum Klimaschutz verglichen. Demnach ist der weltweite, offene Emissionshandel das beste Werkzeug, um die Verschmutzung zu verringern, ohne die Branche zu stark zu belasten.

Luft- und Schiffsverkehr waren im Kyoto-Protokoll zunächst aus dem Emissionshandel herausgelassen worden. Bisher gibt es nur eine EU-weite Regelung für CO2-Abgaben im Luftverkehr. Die Verhandlungen für ein globales CO2-Handelssystem ab 2020 gestalten sich schwierig.

Luftfahrt trägt fünf Prozent zur Erwärmung bei

Der globale Luftverkehr ist ein kontinuierlich wachsender Wirtschaftssektor, dabei steigen auch dessen Emissionen, die zum Klimawandel beitragen, sagt Robert Sausen vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre. "Seit Jahrzehnten sehen wir einen deutlichen Anstieg der CO2-Emissionen der Luftfahrt, der sich auch nach 1990, dem Referenzjahr des Kyoto-Protokolls, fortsetzt." Daneben steige durch die Luftfahrt der klimarelevante Ausstoß von Stickoxiden, Schwefeloxiden, Wasserdampf und Ruß.

Die Kondensstreifen der Flieger und daraus entstehende Zirruswolken können zur Klimaerwärmung beitragen, denn sie reflektieren Wärme zur Erde zurück. Schon 2005 machten die Gesamteffekte aus der Luftfahrt etwa fünf Prozent der weltweiten Erwärmung aus.

30 Millionen Flugbewegungen modelliert

"Mit einem globalen Emissionshandel ist Klimaschutz mit einem moderat bremsenden Einfluss auf die Luftverkehrsnachfrage möglich", sagte Studienleiterin Janina Scheelhaase vom DLR-Institut für Flughafenwesen. Die Fluggesellschaften würden dann beispielsweise ihre Flugrouten, -höhen oder -geschwindigkeiten ändern, um Luftverschmutzung zu vermeiden. Andere Ansätze, wie ergänzende Abgaben auf Stickoxide oder eine Klimasteuer, brächten weniger Wirkung, hieß es.

Die DLR-Studie zur Klimaökonomie lief im Auftrag des Bundesforschungsministeriums von 2011 bis 2015. 30 Millionen weltweite Flugbewegungen pro Jahr wurden dafür nachmodelliert.

nik/dpa

insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
gollygee01 23.04.2015
1. was soll das bringen ?
reine Abzocke sonst gar nichts.
rickmarten 23.04.2015
2. Weltfremde
Man wusste schon vor 100 Jahren, wie gefährlich oft die Meinung technischer Fachleute ist, wenn sie sich auf das Feld gesellschaftlicher Verhältnisse begeben. Hier ist wieder so ein Fall. Es fehlt nur noch die Idee, anstatt Fliegen die Reisen mit Pferd und Esel zu realisieren. Ach ja, da haben wir ja wieder ein anderes Abgasproblem.
danido 23.04.2015
3. Wo ist mein Alu-Hut?
Leute die an diesen CO2-Klimawandelblödsinn glauben glauben bestimmt auch an Chemtrails und den Yeti.
claus.w.grunow 23.04.2015
4. Forscher
Sie brauchen wieder Geld für ihre Studien, die den Weltuntergang beweisen sollen in einigen Millionen Jahren.
aprilapril 23.04.2015
5. Was wurde dem...
Zitat von gollygee01reine Abzocke sonst gar nichts.
Straßenverkehr, d.h. insbesondere dem Autofahrer schon alles zugemutet, um Umweltschäden zu minimieren? Aber über den Wolken ist die Freiheit wohl grenzenlos. Außer Lärm und Dreck in die Luft liefern die geliebten Flieger auch noch einen Beitrag zur Klimaveränderung. Der deutsche Michel gibt sich wieder lernresistent, bis uns Gesundheitsschäden auf den Boden der Tatsachen zurückholen.
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