Begradigungen Der Mensch hat die Donau um 134 Kilometer verkürzt

Nur noch ein Zehntel der Donau ist in einem naturnahen Zustand. Eine Studie zeigt nun, welche Folgen das hat.
Regensburg an der Donau

Regensburg an der Donau

Foto: Martin Siepmann/ imagebroker/ imago images

Die Donau hat in den vergangenen beiden Jahrhunderten durch menschliche Eingriffe 134 Kilometer ihrer ursprünglichen Länge verloren, berichtet das Bayerische Landesamt für Umwelt und beruft sich auf eine Studie, die Sedimentablagerungen des Flusses untersucht hat. Und nicht nur das: Die Donau wurde auch bis zu 40 Prozent schmaler.

Offiziell ist die Donau heute 2857 Kilometer lang. Im 19. Jahrhundert waren es noch knapp 3000 Kilometer. Grund für die Veränderungen sind Begradigungen, Hochwasserschutzmaßnahmen und der Bau von Staustufen.

Die Donau ist der zweitlängste Strom Europas, lediglich die Wolga ist noch länger. Nur noch ein Zehntel der Donau ist nach Angaben der bayerischen Landesbehörde heute noch "in einem naturnahen Zustand".

Wo ist das Sediment vom Schwarzen Meer geblieben?

Die von der EU finanzierte Studie zeigt die negativen Folgen der Baumaßnahmen. Neun Länder, durch die die Donau fließt, beteiligten sich an dem Projekt.

Durch die Baumaßnahmen lagern sich ungewöhnlich große Mengen Sediment entlang des Flusses ab. Ursprünglich transportierte die Donau solche Schwebstoffe bis zu ihrer Mündung im Schwarzen Meer. Dort häuften sich dadurch pro Jahr 40 bis 60 Millionen Tonnen Material an. Heute sind es nur noch 15 bis 20 Millionen Tonnen.

Der Rest lagert sich entlang des Flusslaufs ab. "Die erste Sedimentbilanz der Donau zeigt, dass ein Drittel der Flussstrecke von Sedimentablagerung betroffen ist, insbesondere vor den großen Wasserkraftwerken", berichtete das Landesamt. Hinter den Staustufen, die zu den Kraftwerken gehören, fehlt das Sediment dann. Dadurch vertieft sich das Flussbett dort.

Um das zu verhindern, schlagen Wissenschaftler vor, Sedimentschichten auszubaggern oder Wasserkraftwerke mit beweglichen Turbinen auszustatten. Außerdem sollte verhindert werden, dass zu viel Erde von umliegenden Äckern im Flussbett landet.

koe/dpa
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