Stromverbrauch Eine Million Elektroautos ohne zusätzliche Kraftwerke möglich

Im Jahr 2020 soll eine Million Elektroautos über Deutschlands Straßen rollen, das plant zumindest die Bundesregierung. Neue Kraftwerke muss man dafür nicht bauen, hat jetzt eine Studie ergeben - solange die Menschen ihre Autos nachts aufladen.

Einmal aufladen bitte: Am besten sollten Elektroautos nachts neuen Strom tanken
dapd

Einmal aufladen bitte: Am besten sollten Elektroautos nachts neuen Strom tanken


Die Bundesregierung hat ein ambitioniertes Ziel: Bis 2020 soll eine Million Elektroautos in Deutschland unterwegs sein. Einfach wird das nicht. Die Verkäufe laufen bisher äußerst schleppend, die Autoindustrie zeigte sich angesichts der Regierungspläne eher skeptisch. Zumindest ein wichtiger Faktor sollte allerdings keine Probleme bereiten: die Stromversorgung.

Wie eine aktuelle Studie zeigt, ließe sich das Ziel von einer Million Elektroautos erreichen, ohne zusätzliche Kraftwerke zu bauen. Die Fahrzeuge müssten allerdings nachts aufgeladen werden, wenn die Netze nur schwach ausgelastet und die Stromüberschüsse aus Windenergie besonders hoch seien, berichten die Experten vom Forschungszentrum Jülich. Um dies umzusetzen, müsse das Höchstspannungsnetz stärker ausgebaut werden als bisher geplant.

Autofahren mit Windenergie

Bei ausreichendem Ausbau könnten im Jahr 2030 bis zu 60 Prozent des Stroms für die dann geplanten 6 Millionen Elektroautos aus sonst nicht genutzter Windenergie bezogen werden. Der Kohlendioxid-Ausstoß des gesamten Verkehrs ließe sich dann um bis zu sieben Prozent senken, berichten die Wissenschaftler. Bei den bisherigen Ausbauplänen werde sich nur bis zu 30 Prozent des überschüssigen Windstroms nutzen lassen.

Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Forschungsprojekt untersuchte zudem die Einsatzmöglichkeiten von Elektroautos. Elektrofahrzeuge könnten den Bedarf der meisten privaten Nutzer abdecken, heißt es in der Studie. Für ihre Untersuchung erfassten die Forscher unter anderem die Fahrprofile verschiedener Teilnehmer. Mit rein batteriebetriebenen Elektroautos lassen sich demnach über 90 Prozent der täglichen Strecken zurücklegen.

Probleme bereite aber das Beheizen von Elektroautos. Während Autos mit Verbrennungsmotor mit der Verlustwärme des Motors beheizt werden können, entsteht bei Elektroautos nur wenig Verlustwärme. Die Energie zum Heizen muss - bei den bisherigen Fahrzeugkonzepten - der Batterie entnommen werden. Um im Winter die gleiche Reichweite zu erzielen, müsste deshalb der Energiegehalt der Batterie von 15 auf 40 Kilowattstunden erhöht werden, so die Forscher. Dies ließe sich aus heutiger Sicht noch nicht wirtschaftlich umsetzen.

irb/dpa



insgesamt 150 Beiträge
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Seite 1
rennflosse 05.10.2012
1. Das ist
Das ist wieder so eine Studie, die die Welt nicht braucht.
syracusa 05.10.2012
2. Angaben über Heizenergiebedarf sind Unsinn
---Zitat von Artikel--- Um im Winter die gleiche Reichweite zu erzielen, müsste deshalb der Energiegehalt der Batterie von 15 auf 40 Kilowattstunden erhöht werden, so die Forscher. Dies ließe sich aus heutiger Sicht noch nicht wirtschaftlich umsetzen. ---Zitatende--- Das ist Unsinn. Es würde bedeuten, dass ein Heizleistungsbedarf von ca 20 kW bestünde. Ein normaler Haushalts-Backofen hat kaum mehr als 2 kW Leistung und kann damit binnen einer Stunde ein Hähnchen knusprig braun braten. Die Dämmung des Backofens ist nicht viel besser als die eines Autos. Die meiste Heizenergie im E-Auto würde für das Freihalten der Scheiben von Tauwasser verbraucht. Das durch die Insassen anfallende Wasser muss aus dem Auto transportiert werden, und dazu ist Luftaustausch nötig. Dabei würde ein Großteil der Heizenergie verloren gehen. Es zeigt sich dabei, dass man eben ein E-Auto nicht einfach dadurch produzieren kann, dass man aus einem Benzinauto den Benzinmotor und Benzintank entfernt und einen E-Motor mit Akku einbaut. Das E-Auto braucht bessere Dämmung, und es braucht einen Lüftungswärmetauscher. Der Heizenergiebedarf wird dann kaum über 1 kW liegen.
inovatech 05.10.2012
3. hmmm
Komisch.... Erst heisst es das es ohnehin zu Stromengpässen kommt wenn Atomkraftwerke abgeschaltet werden müssen, nun auf einmal können 1 Million KFZ aufgeladen werden. Hört sich so an wie bei den Krankenkassen: 22Mrd Überschuss, 2 Tage später ein Loch von 15 Mrd. Wer soll die Volksverdummung noch hinnehmen ?
vox veritas 05.10.2012
4.
Zitat von sysopREUTERSIm Jahr 2020 sollen eine Million Elektroautos über Deutschlands Straßen rollen, das plant zumindest die Bundesregierung. Neue Kraftwerke muss man dafür nicht bauen, hat jetzt eine Studie ergeben - solange die Menschen ihre Autos nachts aufladen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/eine-million-elektroautos-ohne-den-bau-neuer-kraftwerke-moeglich-a-859620.html
Prima! Dann müssen wir uns nur noch um die verbleibenden 42 Millionen PKWs und die 2,6 Millionen LKWs kümmern. • Lastkraftwagen (LKW) | Statista (http://de.statista.com/themen/735/lastkraftwagen-lkw/) Pkw-Bestand 2011: Wer hat die meisten auf der Straße? - AUTO MOTOR UND SPORT (http://www.auto-motor-und-sport.de/news/pkw-bestand-2011-wer-hat-die-meisten-auf-der-strasse-4331822.html)
Emil Peisker 05.10.2012
5. so eine Studie...
Zitat von rennflosseDas ist wieder so eine Studie, die die Welt nicht braucht.
Mindestens so überflüssig ist Ihre Bemerkung. Bleiben Sie einfach im Bett, dann kriegen Sie das Ganze nicht mit.
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