US-Regierungsstudie Wie Solarstrom die USA schon 2035 sauber versorgen könnte

Die USA könnten laut einer Regierungsstudie bis zum Jahr 2035 rund 40 Prozent ihres Strombedarfs durch Solarenergie abdecken. Derzeit liegt der Anteil des Sonnenstroms bei nur drei Prozent.
Solarpark nahe Orlando, Florida

Solarpark nahe Orlando, Florida

Foto: Paul Hennessy / ZUMA Wire / imago images

Wenn die US-Regierung es will, könnte sie den Anteil des Solarstroms massiv ausbauen. Laut einer aktuellen Studie des Energieministeriums hat Solarenergie das Potenzial, innerhalb von rund 15 Jahren bis zu 40 Prozent des Stroms in den USA zu liefern. Das wäre eine Verzehnfachung der derzeitigen Solarleistung, würde aber einen massiven Kurswechsel in der Politik bedingen. Zudem wären Investitionen in Milliardenhöhe notwendig, um das Stromnetz des Landes zu modernisieren, schreiben die Autoren.

Der Bericht sagt aus, dass die Vereinigten Staaten ihre jährliche Solarkapazität zunächst vervierfachen könnten, um sie dann Jahr für Jahr weiter zu steigern und so der Bedrohung durch den Klimawandel zu begegnen. Um das Ziel von 40 Prozent bis 2035 zu erreichen, müssten bis 2025 durchschnittlich 30 Gigawatt Solarkapazität pro Jahr installiert werden. Das ist doppelt so viel wie die 15 Gigawatt des vergangenen Jahres, die bereits einen Rekordwert dargestellt hatten. Danach muss der Zubau auf 60 Gigawatt jährlich gesteigert werden.

Die Solar Futures Study sei aber nicht als politische Erklärung oder gar als Zielsetzung der Regierung zu verstehen, so die Verantwortlichen. Stattdessen soll sie das nächste Jahrzehnt der Solarinnovation anleiten und inspirieren, so Becca Jones-Albertus, Direktorin des Büros für Solarenergietechnologien des Energieministeriums.

Energieministerin Jennifer Granholm sagte in einer Erklärung, die Studie zeige, dass die Solarenergie die billigste und am schnellsten wachsende Quelle sauberer Energie sei. Zudem sie bis zum Jahr 2035 genug Strom produzieren könnte, um alle Haushalte in den USA mit Strom zu versorgen und dabei bis zu 1,5 Millionen Menschen Arbeitsplätze zu bieten.

Der Bericht erscheint, nachdem Präsident Joe Biden bei einem Besuch in den von Ausläufern des Hurrikans »Ida« überschwemmten Gebieten erklärt hatte, der Klimawandel sei zu einer Krise für alle geworden. Biden warnte am Dienstag, dass es für Amerika an der Zeit sei, die Gefahr des Klimawandels ernst zu nehmen, da sonst der Verlust von Leben und Eigentum zunehmen werde. Maßnahmen gegen den Klimawandel sind auch in einem 1,2 Billionen Dollar (rund eine Billion Euro) teuren Infrastrukturpaket verankert, das aber noch nicht durch den Kongress ist.

In den USA liegt der Anteil der Solarenergie an der derzeitigen Stromversorgung nach Angaben des Energieministeriums bei etwas mehr als drei Prozent. Der Großteil des Strombedarfs im Land wird mit fossilen Energieträgern abgedeckt.

Laut der Studie könnte die Solarenergie bis 2050 sogar mehr Strom erzeugen, als heute in allen Wohn- und Geschäftsgebäuden des Landes verbraucht wird, heißt es. Der Bericht geht davon aus, dass die derzeit im Kongress diskutierte Politik für saubere Energie die Kohlendioxidemissionen des US-Strommarktes bis 2035 um 95 Prozent und bis 2050 um 100 Prozent gegenüber dem Stand von 2005 senken wird.

Aber selbst ohne eine konzertierte politische Anstrengung werden die Marktkräfte und der technologische Fortschritt den Einsatz von Solar- und anderen sauberen Energietechnologien vorantreiben und damit eine erhebliche Dekarbonisierung begünstigen, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf sinkende Kosten für Solarzellen und andere Faktoren.

Die Studie geht weit über das hinaus, was selbst die Solarbranche im Kongress gefordert hat. Die Solar Energy Industries Association hat darauf gedrängt, dass die Solarenergie bis zum Jahr 2030 einen Anteil von 20 Prozent an der Stromerzeugung erreicht.

joe/AP
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