Energiewende Eingriffe in Natur sollen ausgeglichen werden

Die Energiewende erfordert mehr Windräder und Leitungen - was auf teils heftigen Widerstand von Umweltschützern stößt. Die Bundesregierung hat nun beschlossen, dass Eingriffe in die Umwelt beglichen werden sollen - etwa mit einer Höhenmeter-Gebühr für Strommasten.
Strommasten (bei Güstrow): Höhenmeter-Gebühr soll Umweltschäden ausgleichen

Strommasten (bei Güstrow): Höhenmeter-Gebühr soll Umweltschäden ausgleichen

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Berlin - Eingriffe in die Natur durch Strommasten, Windräder, Hallen, Ställe und andere Bauten sollen künftig bundesweit einheitlich ausgeglichen werden. Das sieht der Entwurf für eine Verordnung über entsprechende Kompensationen vor, die nach jahrelangen Debatten am Mittwoch das Bundeskabinett passierte.

Vor allem angesichts des Windkraft- und Netzausbaus im Zuge der Energiewende ist die Verordnung brisant - nicht zuletzt wegen des oft heftigen Widerstands von Bürgerinitiativen . Die Träger der Bauten müssen die Eingriffe demnach ausgleichen, indem sie an anderer Stelle Naturflächen schaffen, oder indem sie Beträge zahlen. Die betroffenen Bundesländer können das Geld dann mittels ihrer Behörden oder Stiftungen für den Naturschutz einsetzen.

"Ich habe einen Kompromiss zwischen Energiewende und Naturschutz gesucht", sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU). Der Ausgleich mit Geld spielt vor allem für Turm- und Mastbauten die zentrale Rolle. Denn solche in die Höhe reichenden Bauten lassen sich anders als Hallen schlecht in Form von gleichgroßen Naturflächen an anderer Stelle kompensieren. Je nach Naturqualität und bisheriger Unversehrtheit der Landschaft sollen 100 bis 800 Euro pro Höhenmeter fällig werden.

Nach Einschätzungen im Umweltressort werden in diesem Jahr wohl rund 50 Prozent mehr Windräder an Land gebaut, im kommenden Jahr dann abermals rund 60 Prozent mehr als 2013. Vor diesem Hintergrund erwartet Altmaier insgesamt wachsende Ersatzsummen für den Naturschutz, auch wenn die einzelnen Zahlungen niedriger ausfallen sollten. Bereits heute gibt es Landesregelungen.

Ein Bauer, der etwa einen Stall baut, soll dafür andere eigene Flächen im Sinne des Naturschutzes aufwerten oder zu dem Zweck eine andere Fläche kaufen. Die Verordnung geht nun in den Bundesrat und soll laut Altmaier in der laufenden Legislaturperiode endgültig verabschiedet werden.

boj/dpa