Erhöhte Radioaktivität Jod 131 stammt wohl von Medizinfirma

Leicht erhöhte Werte von Jod 131 über Teilen Europas hatten die Internationalen Atomenergiebehörde alarmiert. Nun scheint die Quelle gefunden: ein Produzent radioaktiver Medizinprodukte in Ungarn.
Transport mit radioaktivem Inhalt: Jod-131-Quelle anscheinend entdeckt

Transport mit radioaktivem Inhalt: Jod-131-Quelle anscheinend entdeckt

Foto: OLIVIER LABAN-MATTEI/ AFP

Wien - Die Quelle des radioaktiven Jods, das in den vergangenen Wochen in mehreren Gegenden Europas gemessen wurde, ist anscheinend entdeckt: Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) stammt es vermutlich von einem Hersteller radioaktiver Medizinprodukte in Ungarn.

Die aufgetretenen Mengen an Jod 131 seien sehr gering und stellten keine Bedrohung für die Gesundheit dar. Wenn jemand ein Jahr lang Luft einatmen würde, deren Belastung den aktuell gemessenen Werten entspreche, käme insgesamt eine Dosis von 0,1 Mikrosievert zusammen, so die IAEA.

Das Jod-Isotop 131 wird für Krebs-Erkrankungen verantwortlich gemacht und kann Lebensmittel wie Milch und Gemüse kontaminieren. Es hat allerdings eine kurze Halbwertzeit von acht Tagen. Die IAEA hatte das Jod seit Ende Oktober an einer ganzen Reihe von Messstellen in Europa entdeckt.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art. So war beispielsweise 2008 radioaktiver Müll aus Italien in Hamburg aufgetaucht. Darin hatten Kontrollbehörden erhöhte Werte von Jod 131 gemessen. Der Abfall stammte aus einer radiologischen Arztpraxis und war offensichtlich unachtsam als Hausmüll entsorgt worden.

wbr/Reuters