Aufklärung von Flugunfällen Airbus plant auswerfbare Blackbox

Der europäische Flugzeughersteller Airbus will seine Großraumjets A350 und A380 künftig mit auswerfbaren Flugschreibern ausstatten. Dies soll im Fall von Abstürzen die Suche nach den Geräten erleichtern.

Sprachrekorder des Unglücks-Airbus: Künftig automatisch vor Crash abgeworfen?
AFP

Sprachrekorder des Unglücks-Airbus: Künftig automatisch vor Crash abgeworfen?


Hannover - Wo ist der Flugschreiber? Die Fahndung nach der Blackbox kann sehr lange dauern, manche bleibt für immer verschollen. Der Flugzeughersteller Airbus will das Problem nun mit einer auswerfbaren Variante lösen. Diese soll vor einem Aufprall automatisch herausgeschleudert werden.

Airbus will die neue Technologie vorerst nur in den beiden größten Modellen A350 und A380 einsetzen. Wahrscheinlich werden die Geräte in die Außenhaut des Rumpfes integriert - Details dazu gab Airbus nicht bekannt. Die Entscheidung habe das Unternehmen bereits nach den Flugzeugunglücken in Südostasien getroffen. Vom Flug MH370 der Malaysia Airlines fehlt bis heute jede Spur.

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Nach Gesprächen mit seinen Kunden und den Luftfahrtbehörden habe man zudem entschieden, die Funktionsdauer des Unterwassersenders (Underwater Locator Beacon/ULB) von 30 auf 90 Tage zu verlängern. Über diesen Zeitraum soll der ULB künftig Signale senden können.

Zudem soll es eine verbesserte Datenübertragung an den Boden geben, falls ein Flugzeug seine geplante Route überraschend verlässt. Die automatischen Notfallsender (Emergency Locator Transmitter/ELT), die bei einem Aufprall am Boden Alarm schlagen, sollen zudem über eine Art Voraktivierung warnen können, sobald bestimmte Daten auf Probleme an Bord hinweisen. All diese Verbesserungen sollten im Katastrophenfall die Suche nach den Flugschreibern erleichtern, teilte Airbus mit.

Germanwings-Box funkt nicht

Bei der Suche nach dem Datenschreiber der zerschellten Germanwings-Maschine können die Bergungsteams bislang keinen Erfolg vermelden. Es geht dabei um einen Chip mit mehreren Hundert Daten, die Aufschluss über die verhängnisvollen letzten Minuten von Unglücks-Flug 4U9525 geben könnten.

Der eigentliche Rekorder befindet sich innerhalb eines gepanzerten Zylinders von der Größe einer Konservendose. "Keine leichte Aufgabe, sowas zu finden", sagt Jens Friedemann von der ermittelnden Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig. Denn anders als vielfach geschildert sendet der Rekorder in den Alpen gar keine Funksignale. Das Gerät funke nur bei Kontakt mit Wasser.

hda/dpa

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