Fukushima Abschaltung von Japans Katastrophen-AKW droht sich zu verzögern

Ingenieure bekommen das havarierte Atomkraftwerk von Fukushima nicht unter Kontrolle. Die Reinigung des radioaktiven Wassers in der Anlage dauert länger als gedacht. Vermutlich wird es bis nächstes Jahr dauern, die Temperatur im Kraftwerk auf unter 100 Grad zu kühlen.

REUTERS/ TEPCO

Tokio - Das havarierte japanische AKW Fukushima könnte auch im kommenden Jahr noch nicht unter Kontrolle gebracht sein. Die sogenannte kalte Abschaltung drohe sich zu verzögern, teilte der Betreiber Tokyo Electric Power Co am Mittwoch mit. Die Reinigung des hochgradig radioaktiven Wassers in der Anlage dauere länger als ursprünglich angenommen, räumte Tepco ein.

Daher sei die eigentlich bis Ende des Jahres avisierte Stabilisierung des AKW möglicherweise nicht zu schaffen. Grund dafür seien wiederholte Ausfälle der Instrumente zur Absorption des radioaktiven Cäsiums.

Dennoch werde an dem Ziel eines "Cold Shutdown" bis zum Jahresende festgehalten, erklärte Tepco. Dieser Zustand ist erreicht, wenn die Wassertemperatur in dem Reaktor bei normalem Luftdruck permanent unter 100 Grad Celsius sinkt.

Das rund 240 Kilometer nördlich von Tokio gelegene AKW war im März durch ein schweres Erdbeben und einen dadurch ausgelösten Tsunami schwer beschädigt worden. Das verursachte die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl im Jahr 1986.

boj/Reuters

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Seite 1
burninghands, 17.08.2011
1. 1200 Mal schlimmer als Cernobyl
Nach Angaben von Arnie Gunderson, langjähriger Verantwortlicher für nukleare Sicherheit bei Fairwinds Associates, ist die in Fukushima freigesetzte Radioaktivität inzwischen mindestens 1200 Mal höher als in Cernobyl, 30 km von Fukushima entfernt sind hotspots mit mehr Strahlung gefunden worden, die über der nach dem dortigen Unfall in der direkten Umgebung des Kraftwerks in Cernobyl liegt. Es sind aber wohl zuviele wirtschaftliche Interessen im Spiel, als daß darüber berichtet werden würde...
HBRSS 17.08.2011
2. Fast in Vergessenheit geraten
Zitat von sysopIngenieure bekommen das havarierte Atomkraftwerk von Fukushima nicht unter Kontrolle. Die Reinigung des radioaktiven Wassers in der Anlage dauert länger als gedacht. Vermutlich wird es bis nächstes Jahr dauern, die Temperatur im Kraftwerk auf unter 100 Grad zu kühlen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,780790,00.html
Da wird also immer noch Radiaktivität in die Umwelt abgegeben. Erst war das eine Nachricht für die Seite 1. Inzwischen kratzt es wohl kaum noch jemanden, ob unsere Welt nun einen Monat oder ein Jahr verschmutzt wird. Hauptsache die Benzinpreise steigen nicht wieder.
felisconcolor 17.08.2011
3. oder die Angaben
Zitat von burninghandsNach Angaben von Arnie Gunderson, langjähriger Verantwortlicher für nukleare Sicherheit bei Fairwinds Associates, ist die in Fukushima freigesetzte Radioaktivität inzwischen mindestens 1200 Mal höher als in Cernobyl, 30 km von Fukushima entfernt sind hotspots mit mehr Strahlung gefunden worden, die über der nach dem dortigen Unfall in der direkten Umgebung des Kraftwerks in Cernobyl liegt. Es sind aber wohl zuviele wirtschaftliche Interessen im Spiel, als daß darüber berichtet werden würde...
stimmen einfach nicht. in Tchernobyl sollen 3 - 5% oder auch bis zu 15% (jenach Quelle und Lesart (Brennelemente oder Brennelemente und Graphitmoderator)) des Reaktorinventars weggeschleudert worden sein. ca. 90% davon sind in der unmittelbaren Umgebung wieder herunter gekommen. Zu keiner Zeit hat es in Fukushima eine Explosion gegeben, bei der Kernmaterial heraus geschleudert wurde. Die beobachteten Explosionen waren durch die thermische Oxidation der Zirkon Umhüllungen mit dem heissen Wasserdampf entstandenen Wasserstoff AUSSERHALB des Reaktordruckgefässes passiert. Ich empfehle die letzte Ausgabe der Spektrum der Wissenschaften zu lesen. Da wird über den Hergang in Fukushima detailliert berichtet. Danach kann man sich ein sehr gutes Bild über die Folgeschäden machen. Alles andere ist Kirmesgeschwätz. Schreiben sie sachlich oder lassen sie es sein. Das Unglück an sich ist schon schlimm genug. Da braucht es nicht noch irgendwelche Weltuntergangspropheten.
Barksdale 17.08.2011
4. ...
Zitat von felisconcolorstimmen einfach nicht. in Tchernobyl sollen 3 - 5% oder auch bis zu 15% (jenach Quelle und Lesart (Brennelemente oder Brennelemente und Graphitmoderator)) des Reaktorinventars weggeschleudert worden sein. ca. 90% davon sind in der unmittelbaren Umgebung wieder herunter gekommen. Zu keiner Zeit hat es in Fukushima eine Explosion gegeben, bei der Kernmaterial heraus geschleudert wurde. Die beobachteten Explosionen waren durch die thermische Oxidation der Zirkon Umhüllungen mit dem heissen Wasserdampf entstandenen Wasserstoff AUSSERHALB des Reaktordruckgefässes passiert. Ich empfehle die letzte Ausgabe der Spektrum der Wissenschaften zu lesen. Da wird über den Hergang in Fukushima detailliert berichtet. Danach kann man sich ein sehr gutes Bild über die Folgeschäden machen. Alles andere ist Kirmesgeschwätz. Schreiben sie sachlich oder lassen sie es sein. Das Unglück an sich ist schon schlimm genug. Da braucht es nicht noch irgendwelche Weltuntergangspropheten.
Wer einmal die rosarote-anti-Atomkraft-Brille aufgeschnallt hat, in der Überzeugung Strom käme aus der Steckdose, verkennt wissenschaftliche Fakten mit großer Freude. Sie sehen die Zerstörung durch einen Tsunami und hören gleichzeitig vom bösen Atom. Dies erregt die Gemüter derart, dass unweigerlich ein Gedankentumult entsteht an deren Ende es nur einen Schuldigen für all die Schäden geben kann: Der dämonische Mephisto, Kernkraft.
Philo 17.08.2011
5. Dampf
Zitat von felisconcolorstimmen einfach nicht. in Tchernobyl sollen 3 - 5% oder auch bis zu 15% (jenach Quelle und Lesart (Brennelemente oder Brennelemente und Graphitmoderator)) des Reaktorinventars weggeschleudert worden sein. ca. 90% davon sind in der unmittelbaren Umgebung wieder herunter gekommen. Zu keiner Zeit hat es in Fukushima eine Explosion gegeben, bei der Kernmaterial heraus geschleudert wurde. Die beobachteten Explosionen waren durch die thermische Oxidation der Zirkon Umhüllungen mit dem heissen Wasserdampf entstandenen Wasserstoff AUSSERHALB des Reaktordruckgefässes passiert. Ich empfehle die letzte Ausgabe der Spektrum der Wissenschaften zu lesen. Da wird über den Hergang in Fukushima detailliert berichtet. Danach kann man sich ein sehr gutes Bild über die Folgeschäden machen. Alles andere ist Kirmesgeschwätz. Schreiben sie sachlich oder lassen sie es sein. Das Unglück an sich ist schon schlimm genug. Da braucht es nicht noch irgendwelche Weltuntergangspropheten.
Das wissen Sie doch gar nicht. Ich habe bis heute kein Video der Explosion von Reaktor 4 gefunden. Mag sein dass vielleicht(!) aus den Druckbehältern nichts hinaus explodiert ist (vermutlich aber nach unten durchgeschmolzen), die Brennstäbe in den Abklingbecken könnten aber sehr wohl durch Explosionen durch die Gegend geflogen sein. Die haben auch nur das, was TEPCO herausgegeben hat. Keiner der Autoren vom "Spektrum" war vor Ort. Es sind ja auch derzeit Berichte aufgetaucht dass Dampf aus Bodenspalten kommt, geschmolzener kernbrennstoff also im Boden ist und dort das Grundwasser verdampft.
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