Fukushima-Ruine Roboter sucht nach Brennstoff

Noch immer ist unklar, wo sich ein Großteil des geschmolzenen Brennstoffs in der Atomruine Fukushima befindet. Nun soll ein Tauchroboter im Reaktor 3 auf die Suche gehen.
Unterwasser-Roboter in Fukushima

Unterwasser-Roboter in Fukushima

Foto: DPA

Ein Roboter soll in der Atomruine Fukushima nach geschmolzenem Brennstoff in einem der zerstörten Reaktoren suchen. Der Betreiberkonzern Tepco schickte am Mittwoch einen 30 Zentimeter langen und 13 Zentimeter breiten Roboter in den mit Kühlwasser gefluteten Sicherheitsbehälter des Reaktors 3, wie japanische Medien berichteten.

Auch mehr als sechs Jahre nach dem Reaktorunfall infolge eines schweren Erdbebens und Tsunamis weiß niemand genau, wo sich der geschmolzene Brennstoff befindet. Der mit Kameras ausgerüstete Roboter soll sich in dem 6,4 Meter hoch stehenden, radioaktiv belasteten Wasser im Reaktorbehälter auf die Suche machen.

Fotostrecke

Fünf Jahre nach Fukushima-Katastrophe: Diese Arbeiter sind in der Atomruine im Einsatz

Foto: Christopher Furlong/ Getty Images

Tepco hatte bereits im Februar mehrere Roboter zunächst in den Reaktor 2 und im März in den Reaktor 1 geschickt. Wegen der Trümmer und der extrem hohen Strahlung im Inneren erbrachten die Roboter jedoch bislang nicht den erhofften Erfolg bei der Suche nach dem geschmolzenen Brennstoff.

Die Betreiberfirma will herausfinden, wo sich der Brennstoff in jedem der drei havarierten Reaktoren befindet, um dann Strategien zur sicheren Bergung zu entwickeln. Eine vollständige Räumung der Atomruine Fukushima dürfte Schätzungen zufolge etwa 30 bis 40 Jahre dauern.

Die Kosten für die Aufräumarbeiten in der Atomruine liegen derzeit bei rund 700 Millionen Euro pro Jahr. Künftig dürften sie laut einer Prognose der japanischen Regierung auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr steigen. Tepco erklärt, man könne keine Angaben zu den Gesamtkosten der jahrzehntelangen Altlasten machen. Die Kernschmelze der Reaktoren hat Wasser, Äcker, Wohngebiete und die Luft verseucht, sodass mehr als 160.000 Menschen die Region verlassen mussten.

Fotostrecke

Atomruine Fukushima: Kontaminierte Wassermassen

Foto: Tomohiro Ohsumi/ dpa

Der Betreiber hatte zuletzt mit dem Plan für Schlagzeilen gesorgt, radioaktiv belastetes Wasser aus Sammeltanks ins Meer abzulassen. Das Wasser enthalte nur noch radioaktives Tritium, ein Ablassen sei in kleinen Mengen ungefährlich, so die Argumentation. Auch von anderen AKWs in Japan werde Tritium ins Meer abgelassen, erklärte ein Tepco-Manager. In kleinen Mengen passiert das auch bei Kraftwerken in Deutschland.

AKW Fukushima: Undichtes Ungeheuer

AKW Fukushima: Undichtes Ungeheuer

Foto: DER SPIEGEL