Geglückter Start Dänische Amateurrakete hebt über der Ostsee ab

Der Start wurde live im Fernsehen übertragen: Zwei Dänen haben drei Jahre lang an einer neun Meter langen selbst gebauten Rakete gebastelt - jetzt glückte der zweite Versuch, sie in den Himmel zu schießen. Die Männer träumen schon von ihrem nächsten Großprojekt.
Die Tüftlerrakete beim Start: "Ein Stück Geschichte geschrieben"

Die Tüftlerrakete beim Start: "Ein Stück Geschichte geschrieben"

Foto: Bo Tornvig/ AFP

Kopenhagen - Zwei Dänen haben am Freitag erfolgreich eine selbst gebaute Rakete in den Himmel über der Ostsee geschossen. Peter Madsen und Kristian von Bengtson starteten den neun Meter langen unbemannten Flugkörper von einem Schleppkahn nahe der dänischen Insel Bornholm aus. Der Raketenstart wurde live im dänischen Fernsehen übertragen.

"Sie ist einige Kilometer über uns in die Luft geflogen", sagte Madsen nach dem geglückten Start dem Fernsehsender TV2 News. Sein Partner, ein früherer Ingenieur der US-Raumfahrtbehörde Nasa, sagte, sie hätten "ein Stück Geschichte geschrieben".

Die Männer hatten bereits im vergangenen September versucht, ihre Rakete zu starten. Damals machte ihnen aber ein defekter Fön, der dafür sorgen sollte, dass ein Ventil nicht einfriert, einen Strich durch die Rechnung. Nachdem die automatische Start-Sequenz am Freitag zunächst nicht in Gang kam, befürchteten die Tüftler einen weiteren Fehlversuch.

Nach einem neuen Countdown hob die neun Meter lange und 1,6 Tonnen schwere Rakete aber schließlich am Nachmittag ab. Ob sie allerdings die von ihren Erfindern erhofften 14 bis 16 Kilometer Höhe erreichte, war zunächst unklar.

Madsen und Bengtson hatten die Rakete in drei Jahren Arbeit mit der Unterstützung von etwa 20 Unternehmen und rund 2000 Einzelpersonen entwickelt. Die Kosten für den Prototyp lagen nach Angaben der Erfinder bei 50.000 Euro.

Nach dem ersten gescheiterten Startversuch hatte Madsen angekündigt, nach drei bis vier fehlerfreien Flügen als Passagier mitfliegen zu wollen. Ziel der beiden Raumfahrt-Fans ist es, irgendwann eine bemannte Rakete an den Rand des Alls zu senden.

lgr/AFP/dapd
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.